Artikel vom 11.03.2010
IATA blickt hoffnungsvoll auf 2010
Airlines rechnen mit weniger Verlusten
Die Fluggesellschaften werden in diesem Jahr deutlich weniger Verluste einfliegen als befürchtet. "Wir haben unsere Verlustprognose halbiert", sagte der Chef des Weltluftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Alle Fluggeschäfte - Personenverkehr und Cargo - befänden sich im Aufwind.
Demnach geht der Verband nun noch von einem Minus von weltweit 2,8 Milliarden Dollar (2,06 Milliarden Euro) aus, nachdem er zunächst einen Verlust von 5,6 Milliarden Dollar vorhergesagt hatte. Dies sei auf unerwartet gute Geschäftsprognosen für Airlines in Südamerika und in Asien zurückzuführen. Große Probleme hätten dagegen nach wie vor Fluggesellschaften in Europa und Nordamerika.
Angesichts der nach wie vor erwarteten roten Zahlen sei es "möglicherweise noch zu früh für eine Feier", erklärte IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani. "Wir sind immer noch in den roten Zahlen, machen Verluste". Er wertete die Zahlen gleichwohl als Beleg für eine Trendwende und "etwas sehr, sehr positives für die Branche und ein gutes Zeichen für die Wirtschaft".
2009 hatte die Luftfahrtbranche ihr schwärzestes Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg erlebt und rechnete zuletzt mit Verlusten von umgerechnet etwa acht Milliarden Euro. Wegen der Wirtschaftskrise waren das Frachtgeschäft um rund zehn und das Passagiergeschäft um 3,5 Prozent eingebrochen.
Asien erholt sich am schnellsten
Laut IATA rechnen die Fluggesellschaften in Asien für 2010 wieder mit einem Gewinn von 900 Millionen US-Dollar, nachdem sie 2009 rund 2,7 Milliarden US-Dollar verloren hatten. Südamerikanische Fluggesellschaften würden 2010 voraussichtlich das zweite Jahr in Folge ein Plus von 800 Millionen US-Dollar erwirtschaften, teilte die IATA mit.
Die europäischen Gesellschaften hätten im laufenden Jahr dagegen mit einem Verlust von 2,2 Milliarden US-Dollar zu rechnen. Auch die nordamerikanischen Airlines hätten mit einer nur langsamen wirtschaftlichen Erholung und schwindendem Verbrauchervertrauen zu kämpfen und 2010 einem Verlust von 1,8 Milliarden US-Dollar zu erwarten.
"Wir sehen definitiv eine Branche mit zwei Geschwindigkeiten", erklärte Bisignani. "Asien und Lateinamerika treiben die Erholung voran." Dagegen schrumpfe der Markt in Euro und Nordamerika seit Mitte 2008 kontinuierlich. Die IATA vertritt weltweit rund 230 Fluggesellschaften. Diese sind für rund 93 Prozent des regelmäßigen Linienflugverkehrs auf der Welt verantwortlich.
Stand: 11.03.2010 - 6:13 PM Uhr
Quelle: AFP, dpa
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