
Wechselt JAL doch zum SkyTeam?
Erste Streckenreduzierungen
Während etliche Medien am Montag eine mögliche engere Zusammenarbeit der insolventen Japan Airlines (JAL) mit dem derzeitigen Oneworld-Partner American Airlines berichten, könnten die Japaner vielleicht doch einen Allianzwechsel vorbereiten.
Angeblich will JAL nun doch von der Oneworld um British Airways und American Airlines zur SkyTeam-Allianz um Air France-KLM und Delta wechseln. Eine Entscheidung über den Bündniswechsel sei bereits gefallen, erfuhr airliners.de aus Branchenkreisen.
- Kyocera-Gründer soll Japan Airlines retten
- JAL-Insolvenz rückt näher
- American und Delta buhlen um JAL
Japan Airlines ist für Airline-Allianzen aufgrund der lukrativen Strecken im Asien-Pazifik-Raum interessant. Sowohl Oneworld- als auch SkyTeam-Fluggesellschaften hatten JAL daher schon früh finanzielle Hilfen in Milliardenhohe zugesagt.
Sowohl American Airlines als auch Delta Air Lines hatten ihre finanziellen Offerten zuletzt sogar noch erhöht, nachdem klar wurde, dass JAL möglicherweise den wichtigen Interkontinentalmarkt an das Star-Alliance-Mitglied ANA abtreten könnte.
Delta versuchte zunächst, JAL mit einer Milliarde Dollar zu einem Übertritt zu bewegen. Als American darauf hin Anfang Januar das eigene Angebot auf 1,4 Milliarden Dollar erhöhte, unterstrich Delta-Chef Edward Bastian, dass er Willens sei, weiteres Kapital aufzutreiben.
Bei der weitgehend unter staatlichem Einfluss stehenden JAL wird jedoch eine japanische Lösung angestrebt. Gewinner könnte am Ende die ebenfalls japanische ANA All Nippon Airlines sein, die der Star Alliance um Lufthansa angehört.
Erste Streckenreduzierungen
Nach derzeitiger Planung soll sich die deutlich verkleinerte JAL künftig auf den Inlands- und Regionalverkehr konzentrieren und Langstrecken weitestgehend aufgeben oder an ANA abtreten. Vergangene Woche benannte JAL die ersten Streckenstreichungen.
So sollen acht internationale Verbindungen entfallen – darunter Flüge nach Shanghai, New York und Sao Paulo. Auch im Inland stehen zwölf unrentable Strecken auf der Streichliste. Auf weiteren neun Verbindungen sollen die Frequenzen reduziert werden.
JAL hatte am 19. Januar Insolvenz angemeldet. Die Verbindlichkeiten der Airline beliefen sich zum 30. September auf 2,32 Billionen Yen (über 15 Milliarden Euro). JAL-Präsident Haruka Nishimatsu hatte daraufhin seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nachfolger wird der Gründer des Technologiekonzerns Kyocera, Kazuo Inamori (77).
Die Gläubiger, darunter die Mizuho Corporate Bank und die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, sollen nun JAL Schulden in Höhe von 730 Milliarden Yen erlassen, hieß es. JAL solle im Geschäftsjahr 2012, das bis 31. März 2013 läuft, wieder profitabel werden.
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