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Artikel vom 15.04.2010

Vulkanasche legt Luftverkehr lahm

Acht Länder an Boden - 5.000 Flüge gestrichen

Der isländische Eyjafjalla-Vulkan zwingt den Flugverkehr in weiten Teilen Europas in die Knie. Am Donnerstag wurden nach und nach alle Starts und Landungen in acht europäischen Ländern abgesagt, rund ein Fünftel aller Flüge in Europa mussten storniert werden.

Das Satellitenbild vom 15.4.2010 6.00 UTC zeigt die Aschwolken in dunkelrot. - © © dpa, EUMETSAT -

Das Satellitenbild vom 15.4.2010 6.00 UTC zeigt die Aschwolken in dunkelrot.

Vulkanasche aus Island stoppt den Flugverkehr in weiten Teilen Nordeuropas und Deutschlands. Nach einem massiven Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjalla im südlichen Island schlossen am Donnerstag nach und nach acht Staaten ihren Luftraum komplett.

Am Abend wurden auch in Deutschland Flughäfen gesperrt. Alle Starts und Landungen in Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover und Rostock wurden zunächst bis Freitag 8:00 Uhr gestrichen. Mit der Sperrung weiterer Lufträume ist in der Nacht zu rechnen, da sich die Aschewolke in Richtung Süden bewegt (Link: Grafik Vorhersage).

Ob die Flüge am Freitag wieder aufgenommen werden können, war am Abend unklar. Der Deutsche Wetterdienst rechnet derweil damit, dass die Aschewolke in der Nacht Deutschland überquert.

Bereits am Donnerstag war es auch in Deutschland zu Behinderungen im Nordeuropaverkehr gekommen. Zugleich landeten auf der Frankfurter Luftverkehrs-Drehscheibe auch mehrere Dutzend Flugzeuge, die auf dem Weg nach London waren und dort wegen der Sperrung der Flughäfen nicht mehr landen konnten. Dabei handelte es sich vor allem um Langstreckenflüge aus den USA oder Asien.

Flughäfen in ganz Nordeuropa geschlossen

Wegen der Aschewolke waren am Donnerstag rund 5.000 Flüge in Europa ausgefallen. Das teilte die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mit. Hunderttausende Reisende sitzen weiterhin an den geschlossenen Flughäfen. Je nachdem, wie sich die Rauchwolke am Vulkan und die Winde entwickelten, ist auch am Freitag mit ähnlich vielen Ausfällen zu rechnen.

Zunächst hatten die Behörden in Großbritannien und Irland am Morgen den kompletten Luftraum geschlossen. So läuft auf der wichtigsten Drehscheibe des europäischen Flugverkehrs in London Heathrow gar nichts mehr. British Airways strich bis Freitag alle Flüge. Zehntausende Passagiere sitzen fest, genau wie an den anderen Flughäfen der Stadt. Pro Tag werden allein in Heathrow rund 180.000 Passagiere abgefertigt.

In Finnland, Norwegen und Schweden ist ebenfalls seit den frühen Morgenstunden der Luftverkehr in den nördlichen Landesteilen gestoppt. Dänemark hat zunächst nur den Luftraum über der Nordsee geschlossen. Ab 18.00 sollen aber alle Starts und Landungen von dänischen Flughäfen untersagt werden. Auch in Belgien und den Niederlanden wurden alle Flüge gestrichen.

Die Flughäfen im Norden Frankreichs haben um 17.00 Uhr ihren Betrieb eingestellt, teilte die französische Luftfahrtaufsichtsbehörde DGAC am Donnerstag in Paris mit. Die Pariser Flughäfen sowie Airports im Westen und Osten des Landes würden spätestens ab 23.00 Uhr keine Flüge mehr abfertigen.

Unklar bleibt, wie lange die Sperrungen anhalten werden. Der Vulkan stößt weiter eine gewaltige Säule aus Rauch und Asche in den Himmel. Der Wind treibt die Asche in östlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zu.

Stand: 15.04.2010 - 9:19 PM Uhr

Quelle: dpa, ddp, AFP, airliners.de

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