Artikel vom 14.08.2009 0

US-Fluggesellschaften wollen Slots tauschen

Kostendruck

Mehrere amerikanische Airlines haben sich über einen Slottausch im großen Stil an der US-Ostküste verständigt. Durch Marktentmischung hofft man auf Kostenvorteile. Doch es gibt auch einen Verlierer.

US Airways A319 startet in New York LaGuardia - © © AirTeamImages.com -

US Airways A319 startet in New York LaGuardia

Im Rahmen einer jüngst geschlossenen Vereinbarung zwischen US Airways und Delta Air Lines könnte US Airways ihre Präsenz am Washington National Airport (DCA) massiv erhöhen, während Delta in New York LaGuardia (LGA) einen Inlands-Hub aufziehen würde, berichtet das Branchenportal Air Transport World (ATW).

Laut dem Abkommen übernimmt US Airways von Delta 42 DCA-Slotpaare samt Routenrechte für Tokio-Narita und Sao Paulo. Dafür transferiert man 125 LGA-Slotpaare an Delta. Diese Paare werden bislang von Piedmont Airlines genutzt, die im Auftrag der US Airways Zubringerdienste durchführt. Diese würden dann eingestellt werden und die restlichen Flüge zum Terminal D oder E verlegt werden, berichtet ATW. In LaGuardia übernimmt Delta zusätzlich die US-Terminalflächen und Gates.

Einsatz größerer Jets

Delta will anschließend 40 Millionen Dollar investieren, um die neu erworbenen Abfertigungsbereiche mit den bisherigen Delta-Flächen zu verbinden und dem Erscheinungsbild anzupassen. Zudem sollen größere Flugzeuge eingesetzt und die Anzahl der Ziele ab LGA mehr als verdoppelt werden. Darunter sollen auch zwölf Ziele sein, die bislang nicht von US Airways ab LGA abgeboten werden.

Delta und Delta Shuttle in New York LaGuardia, © AirTeamImages.com

US Airways will dagegen künftig 15 statt der bislang sieben Ziele ab Washington National anbieten. Als Beispiel nannte Andrew Nocella, Senior VP-Marketing and Planning, Birmingham, Islip, Ithaca, Little Rock, Myrtle Beach, Pensacola, Savannah and Tallahassee.

Auch hier sollen dann größere Jets in einer Zwei-Klassen-Konfiguration zum Einsatz gelangen. US Airways plant derzeit, die Routenrechte nach Sao Paulo ab der zweiten Jahreshälfte 2010 ab Charlotte zu nutzen. Dagegen werden die Rechte nach Tokio nicht vor 2012, eher später genutzt, teilte US Airways mit. Die Airline will Tokio dann zudem ab Phoenix anbieten.

Man werde in LGA aber weiterhin die drittgrößte Airline mit bis zu 72 Flügen pro Tag bleiben. Dazu zählt auch der hochfrequente Shuttledienst zwischen Boston, Washington NCA und New York LGA. Doch werden sie in das Marine Air Terminal umziehen, von dem aus derzeit noch der Konkurrent Delta Shuttle operiert.

Continental und AirTran tauschen auch

Auch AirTran Airways und Continental Airlines verständigten sich auf einen Slottausch an beiden Flughäfen. AirTran verkündete, dass man ab 4. November die Dienste ab New York LGA und Washington DCA ausbauen werde. Die zusätzlichen vier LGA- und sechs DCA-Slots sollen von Continental stammen. Im Gegenzug gibt AirTran den Standort Newark (EWR) auf. Zehn Slots und das Gate sollen an Continental gehen, die hier einen Hub betreibt. Beide Seiten bestätigten ein solches Geschäft jedoch nicht.

Piedmont hat das Nachsehen

Großer Verlierer des Slottauschs ist nach Expertenmeinung Piedmont Airlines, die mit 56 Dash-8 im Auftrag der Mutter US Airways Zubringerdienste durchführt. Die Vereinbarung zwischen Delta und US Airways würde das Ende der 26 Piedmont-Routen ab LaGuardia bedeuten. 300 Arbeitsplätze seien gefährdet.

Das Delta/US-Abkommen wird nun genauestens von den US-Wettbewerbsbehörden durchleuchtet. Die Airlines rechnen mit einem mehrmonatigen Prüfungszeitraum, so dass man frühestens Anfang 2010 erste Schritte davon umsetzen kann.

Weitere Informationen im Magazin:

Slots - das Gold für die Luftfahrt

Stand: 14.08.2009 - 3:46 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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