Artikel vom 12.03.2010 0

Neue deutsch-niederländische Luftraumstruktur

AMRUFRA

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ist eine neue Luftraumstruktur in Kraft getreten. Das Projekt AMRUFRA soll die Luftverkehrsströme in der Region optimieren und somit kürzere Flugrouten ermöglichen.

Eurocontrol, Maastricht - © © Eurocontrol -

Eurocontrol, Maastricht

Am gestrigen Donnerstag ist im deutsch-niederländischen Grenzgebiet eine neue Luftraumstruktur in Kraft getreten. Das als AMRUFRA bezeichnete Projekt soll eine Verbesserung der Flugverkehrsströme im Luftraum zwischen Frankfurt und Amsterdam bringen, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Donnerstag mitteilte.

Betroffen sind der Amsterdamer Ostsektor, der Eurocontrol-Ruhr-Sektor, der von der Vier-Staaten-Zentrale in Maastricht kontrolliert wird, und einige Sektoren der Kontrollzentrale Langen bei Frankfurt am Main. Daraus ergibt sich die Projektbezeichnung AM-RU-FRA (Amsterdam-Ruhr-Frankfurt).

„Der Luftraum im deutsch-niederländischen Grenzgebiet galt schon immer als einer der komplexesten Lufträume der Welt“, erklärte die DFS. Diese Komplexität habe für die Fluggesellschaften oftmals Verspätungen und Umwege bedeutet, die Zeit und Geld kosteten.

Bereits 2006 trafen sich daher Experten der niederländischen Flugsicherungsorganisation LVNL (Luchtverkeersleiding Nederland), der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, der Eurocontrol-Zentrale Maastricht, der niederländischen Luftwaffe RNLAF (Royal Netherlands Air Force) und der deutschen Luftwaffe, um angesichts der weiterhin steigenden Luftverkehrsaufkommens eine Lösung für das Problem zu finden.

„Ziel war es, die einzelnen Verkehrsströme zu entflechten und auf diese Weise die Kapazität in diesem stark beflogenen Luftraum zu erhöhen“, so die DFS weiter. Dazu mussten einige Flugsicherungssektoren restrukturiert werden und die Fluglotsen zum Teil neue Sektor-Lizenzen erwerben. In Simulationen wurden verschiedene Varianten getestet und die Fluglotsen für die neue Struktur trainiert.

Nach Angaben der DFS ist davon auszugehen, dass AMRUFRA eine Kapazitätssteigerung von 15 Prozent nach sich ziehen wird, die mindestens bis zum Jahr 2015 ausreichen soll. Für die Kunden bedeute die Restrukturierung weniger Kosten durch deutlich gestiegene Pünktlichkeit und weniger Treibstoffverbrauch durch kürzere Flugstrecken, hieß es.

AMRUFRA ist das erste grenzüberschreitende Projekt, das unter dem Dach des funktionalen Luftraumblocks FABEC (Functional Airspace Block Europe Central) umgesetzt wurde. Im FABEC haben sich die sechs Staaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und die Schweiz, deren Flugsicherungsorganisationen sowie die Eurocontrol-Vier-Staaten-Zentrale Maastricht zusammengeschlossen.

Stand: 12.03.2010 - 10:06 AM Uhr

Quelle: airliners.de mit DFS

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