Artikel vom 03.07.2009 0
Frankreich droht Yemenia mit EU-Blacklist
Flüge ab Marseille ausgesetzt
© dpa
Yemenia-Werbung in Sanaa, Jemen.
Nach dem Flugzeugabsturz vor dem Komoren hat Frankreich der jemenitischen Fluggesellschaft Yemenia mit der Aufnahme in die Schwarze Liste der EU unsicherer Airlines gedroht. Das Unternehmen müsse "große Anstrengungen" unternehmen, um diese Sanktion noch zu vermeiden, sagte der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau am Freitag im Radiosender RTL: "Diese Gesellschaft steht unter direkter Beobachtung."
Die EU hatte Yemenia schon im vergangenen Jahr wegen Mängeln verwarnt, die bei Kontrollen von Flugzeugen der Gesellschaft in Deutschland, Frankreich und Italien aufgefallen waren. Derzeit stehen rund 200 Fluggesellschaften auf der Schwarzen Liste. Sie dürfen die EU nicht mehr anfliegen.
Flüge ab Marseille gestrichen
Yemenia hat derweil die französidche Hafenstadt Marseille aus ihrem Streckennetz für unbestimmte Zeit heraus genommen und fliegt derzeit von Paris nonstop nach Sanaa.
In Marseille hatten aufgebrachte französische Exil-Komorer seit dem Absturz gegen die Fluggesellschaft protestiert. Sie werfen Yemenia den Einsatz «fliegender Särge» auf den Anschlussflügen außerhalb Europas vor. Zeugen berichteten von hin und her rutschenden Sitzen, Passagieren, die auf dem Boden säßen und nicht funktionierenden Sitzgurten.
Ein Airbus A310 der Yemenia war in der Nacht zum Dienstag beim Landeanflug auf die Komoren vor Ostafrika in den Indischen Ozean gestürzt. An Bord der Maschine waren 153 Menschen, darunter 66 Franzosen. Laut Frankreich wurden bei dem Unglücksflugzeug bereits bei einer Kontrolle 2007 "sehr viele Mängel" festgestellt. Es ist allerdings noch völlig unklar, ob technische Probleme das Unglück ausgelöst haben oder nicht.
Stand: 03.07.2009 - 7:07 PM Uhr
Quelle: airliners. de mit dpa, afp
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