Artikel vom 16.01.2012 0

Rostock schließt für zehn Tage

Bahnsanierung

Der Flughafen Rostock-Laage steht vor einem schwierigen Jahr. Angesichts von Streckenstreichungen, steigenden Kerosinpreisen, der Luftverkehrsabgabe und einer mehrtägigen Schließung im Herbst rechnet der Airport wieder mit einem Verlust von knapp zwei Millionen Euro.

Terminalgebäude des Flughafens Rostock - © © Rostock Airport -

Terminalgebäude des Flughafens Rostock

Die Geschäftsführerin des Flughafen Rostock-Laage, Maria Anna Muller, erwartet ein schwieriges Geschäftsjahr 2012. «Schon das erste Quartal beutelt den Flughafen», sagte Muller am Freitag beim Jahresempfang in Laage. So seien die für die Flughafen-Gesellschaft gerade im Winter wichtigen Ferienflüge ins südtürkische Antalya aus dem Flugplan genommen worden. Die Flugpläne aller türkischen Airlines seien zusammengestrichen worden. Mit Kurzarbeit der Flughafenbelegschaft konnte gegengesteuert worden.

Der Flughafen Rostock-Laage hatte 2011 ein leichtes Passagierplus von 1,8 Prozent verzeichnet und sei mit dieser positiven Bilanz eine der wenigen Ausnahmen unter den deutschen Regionalflughäfen, betonte die Geschäftsführerin.

Flughafen zehn Tage gesperrt

Weitere Unsicherheiten gingen von der Entwicklung des Kerosinpreises aus, sagte Muller. Auch die Luftverkehrsabgabe erschwere es den kleineren Regionalflughäfen, neue Fluggäste zu gewinnen. Problematisch sei auch, dass in der Zeit vom 3. bis 13. September in Laage kein Flugverkehr abgewickelt werden könne, sagte Muller. Grund dafür sei, dass 1700 Meter der Start-Landbahn neu gebaut werden müssten.

Für 2012 erwartete Muller einen Verlust von etwa 1,9 Millionen Euro und damit einen ähnlichen Betrag wie 2011. Sie betonte erneut, dass es keinen Flughafen in der Größenordnung von Rostock-Laage gebe, der schwarze Zahlen schreibe. Der Flughafen sei aber notwendig für die weitere wirtschaftliche und touristische Entwicklung des Landes.

Muller zog dabei einen Vergleich zur Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock, die ebenfalls nicht in erster Linie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sei. Der Seehafen werde so entwickelt, dass er den ständig steigenden Anforderungen der Wirtschaft und des Tourismus gerecht werde. «Wir brauchen genau diesen Willen, den größten Flughafen des Landes weiter zu entwickeln», betonte Muller.

Das Land hatte bereits angekündigt, seine Zuschüsse von derzeit noch 750.000 Euro im Jahr bis 2016 schrittweise auf 300.000 Euro reduzieren und dann völlig streichen zu wollen. Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD und CDU zu Rostock-Laage als Landesflughafen bekannt. «Alle Beteiligten wissen aber, dass es nach 2016 ohne Landeshilfen gehen soll», hatte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) betont.

Gesellschafter des Flughafens sind die stadteigene Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage. Das Land hatte eine Beteiligung an der Flughafengesellschaft stets ausgeschlossen.

Stand: 16.01.2012 - 5:31 PM Uhr

Quelle: Von Joachim Mangler, dpa

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