Artikel vom 13.07.2009 0
Flughafenpläne in Twente beunruhigen Münster-Osnabrück
FMO: Ein Airport in der Region reicht aus
© Stahlkocher (CC)
Eingangsbereich des Enschede Airport Twente
Mit einem neuen Flughafen in der niederländischen Provinz Overijssel und der Stadt Enschede könnte der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) bald neue Konkurrenz bekommen.
Geht es nach niederländischen Vorstellungen, dann soll auf dem rund 60 Kilometer Luftlinie von Münster gelegenen Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Twente ein neuer Regional-Flughafen entstehen.
Für die Betreiber von FMO sind diese Pläne unverständlich, denn es bestehe kein Bedarf an einem weiteren Flughafen in dieser Region, erklärt Flughafensprecher Andrés Heinemann. Vielmehr könne man schon fast von einer Form des «wirtschaftlichen Kannibalismus», sprechen.
In wie weit die Befürchtungen in Münster begründet sind, bleibt abzuwarten, denn in näherer Umgebung liegen auch jetzt schon etliche Flughäfen in der unmittelbaren Umgebung: Neben Dortmund und Düsseldorf sind auch Weeze und Paderborn nicht weit von FMO entfernt.
Im Visier: Low-Cost und Fracht
Für die niederländische Planungsgesellschaft VTM scheint es indes keine wirtschaftliche Erwägungen gegen den Ausbau des ehemaligen Militärgeländes zu geben. «Die VTM hat ausführliche Erhebungen über das Marktpotenzial eines neuen Regionalflughafens durchgeführt», sagt Nicky Struijker Boudier, Sprecherin der Planungsgesellschaft. Mit Twente setze man auf eine mögliche Partnerschaft mit Low-Cost-Fluglinien und auf den Frachtverkehr.
Zumindest aus planerischer Sicht scheint die Zukunft des niederländischen Flughafens mit diesem Konzept gesichert. «Bei den Planungen rechnen wir ab dem Jahr 2030 mit einem Passagieraufkommen von 1,2 Millionen Fluggästen pro Jahr», zeigt sich die VTM-Sprecherin optimistisch, ohne jedoch weiter darauf einzugehen, wo und wie diese Passagierzahlen in einer relativ dünn besiedelten Region aufgebracht werden sollen.
Auch zu der Frage, wie die zu erwartenden Investitionen, dabei wird inoffiziell von einer Spanne zwischen 50 und 200 Millionen Euro gesprochen, aufgebracht werden sollen, war von niederländischer Seite keine Auskunft zu erhalten.
Stand: 13.07.2009 - 6:10 PM Uhr
Quelle: airliners.de mit ddp
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