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Artikel vom 02.08.2010

BBI-Umfeld zieht zunehmend Investoren an

Der Chef der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), Steffen Kammradt, sieht eine wachsende Dynamik im Umfeld des künftigen Hauptstadtflughafens BBI. In der ersten Jahreshälfte hätten sich bereits ein Dutzend Investoren in der Region angesiedelt, weitere Projekte stünden bevor.

Das neue BBI-Terminal. - © © Berliner Flughäfen -

Das neue BBI-Terminal.

Das Umfeld des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld zieht zunehmend Investoren an. Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) im «30-Autominuten-Radius» rund um den BBI allein auf Brandenburger Gebiet zwölf Ansiedlungen, wie ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp sagte. Die Projekte umfassten ein Investitionsvolumen von gut 42 Millionen Euro. Es seien mehr als 240 neue Arbeitsplätze geplant.

«Damit haben wir bereits im ersten Halbjahr 2010 fast das Jahresergebnis von 2009 erreicht. Das zeigt, dass die Dynamik im Flughafenumfeld wächst. Und wir haben noch vielversprechende Projekte in der Pipeline», betonte Kammradt. Er sei sicher, dass sich die Region um den BBI langfristig zu einem neuen «wirtschaftlichen Kraftzentrum» entwickelt.

Zu den herausragenden Projekten des ersten Halbjahres 2010 zählte der ZAB-Chef die Erweiterungsinvestition des Triebwerkbauers MTU in Ludwigsfelde, den Ausbau des Schönefelder Arzneimittelunternehmens Haemato Pharm und die Inbetriebnahme des neuen Triebwerktestzentrums bei Rolls-Royce in Dahlewitz.

Die Magnetwirkung im Flughafenumfeld wird nach Kammradts Ansicht auch durch konkurrenzlos niedrige Steuersätze verstärkt. «Nirgendwo sonst in Deutschland zahlen Unternehmen direkt an einem großen Flughafen so niedrige Gewerbesteuern wie im BBI-Umfeld. Das ist ein Trumpf für Firmenansiedlungen. Diesen werden wir in der weltweiten Akquise künftig stärker einsetzen», betonte Kammradt.

Schönefeld bietet nach seinen Angaben mit 200 Prozent den bundesweit niedrigsten Satz. Zum Vergleich nannte Kammradt Standorte im Umfeld der Flughäfen Frankfurt/Main mit 280 Prozent, München mit 330 Prozent, Düsseldorf mit 400 Prozent und Köln/Bonn mit 430 Prozent.

Für Ansiedlungen sind nach Kammradts Angaben 900 Hektar in allen Lagen rund um den BBI geeignet. «Es gibt 34 sofort aktivierbare Standorte allein im engeren 30-Minuten-Radius rund um den BBI», sagte der ZAB-Geschäftsführer.

Auswirkungen der Verschiebung des BBI-Eröffnungstermins von Oktober 2011 auf Juni 2012 auf das Ansiedlungsgeschäft erwartet Kammradt nicht. «Investoren rechnen in Zeiträumen von mindestens 10, 20 Jahren.» Da spiele eine Verzögerung von wenigen Monaten kaum eine Rolle.

Stand: 02.08.2010 - 12:08 PM Uhr

Quelle: ddp

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