Artikel vom 17.12.2009
Ausbau von Enschede-Twente gestoppt
Kein weiterer Flughafen in der Grenzregion
Der umstrittene Ausbau des ehemaligen Militärflughafens Enschede-Twente zu einem Regionalflughafen ist vom zuständigen niederländischen Regionalparlament gestoppt worden. Mit knapper Mehrheit stimmten die Abgeordneten der Provinz Overijssel am Mittwochabend in Zwolle gegen das Projekt.
Die Ablehnung ist ein Gegenschlag für Befürworter des Flughafens in der niederländischen Regierung sowie in der Stadtverwaltung von Enschede. Sie hatten auf die Schaffung von 2.700 neuen Arbeitsplätzen in der Grenzregion gehofft. Zudem sollte der Regionalflughafen den Plänen zufolge den internationalen Airport Amsterdam-Schiphol entlasten.
In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen dürfte die Entscheidung des Provinzparlaments von Overijssel hingegen begrüßt werden. Beide Bundesländer hatten starke Bedenken gegen das Airport- Projekt geltend gemacht. Sie verwiesen auf Einschätzungen deutscher wie auch niederländischer Experten, wonach ein Flughafen bei Enschede angesichts des nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernten Regionalairports Münster/Osnabrück wirtschaftlich unsinnig sei. Auch Auch der Flughafen Weeze läge im Einzugsgebiet von Enschede-Twente. Die drei Airports würden sich gegenseitig im Wege stehen. Besser wäre eine stärkere niederländisch-deutsche Kooperation bei der Nutzung des Flughafens Münster/Osnabrück, hieß es.
Zur Begründung ihres Nein-Votums erklärte die PvdA in der Provinzhauptstadt Zwolle, sie habe kein Vertrauen in die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussagen der Planungsgesellschaft. «Von einem schlüssigen Geschäftskonzept kann keine Rede sein, und alle finanziellen Risiken hätten die Region und die Provinz zu tragen», sagte der PvdA-Fraktionsvorsitzende Wim Dalhuijsen. Außerdem sei die im Plan vorgesehene Mitnutzung des Airports durch die niederländische Luftwaffe unklar. Die Christdemokraten und die Liberalen im Overijssel-Parlament stimmten für den Flughafen, konnten sich aber nicht gegen die PvdA durchsetzen.
Ob es für das Airport-Projekt eine neue Chance geben wird, blieb zunächst unklar. Am Montagabend hatte sich das Stadtparlament von Enschede noch mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen. Er sollte den Plänen zufolge auf dem Gelände eines 2007 stillgelegten Militärflughafens nahe der deutsch-niederländischen Grenze entstehen und 2013 den Betrieb mit einer Kapazität von bis zu 2,4 Millionen Fluggästen pro Jahr aufnehmen. Die Planungsgesellschaft setzt auf eine Kooperation mit Lowcost- und Frachtairlines.
Stand: 17.12.2009 - 11:26 AM Uhr
Quelle: dpa, airliners.de
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