Hahn-Verkauf zieht sich weiter in die Länge

15.12.2015 - 17:06 0 Kommentare

Er soll verkauft werden - aber bisher wollte ihn keiner haben: Die Rede ist vom Flughafen Hahn. Offenbar wollen einige Investoren für die Airport-Übernahme sogar Geld haben.

Passagiertreppen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Passagiertreppen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn. © dpa /Thomas Frey

Seit gut einem Jahr ist es beschlossene Sache: Der Flughafen Hahn soll verkauft werden. Doch auch zwölf Monate nach der Verkaufsentscheidung und einer im Frühling gestarteten Ausschreibung wurden noch keine konkreten Ziele erreicht. Gleichwohl bleiben die Verantwortlichen optimistisch.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sieht noch Chancen auf einen Verkauf des flügellahmen Hunsrück-Flughafens. "Es gibt Interessenten", hatte er unlängst in Mainz gesagt. Bis zu sechs Angebote sollen vorliegen, im Frühjahr wisse man mehr. Und am Flughafen selbst verweist man auf das derzeit noch laufende Bieterverfahren, in dessen Rahmen bis November verbindliche Angebote abgegeben werden konnten. Verkauft werde an den Höchstbietenden.

Interessenten wollen Geld für Airport-Kauf

Doch ganz so einfach wird es wohl nicht. Zwei Interessenten wurden bereits abgewiesen, berichtete die "Allgemeine Zeitung". Grund: Sie wollten Geld dafür haben, dass sie den Airport kaufen. Wie die Zeitung mit Verweis auf eigene Informationen weiter schrieb, soll ein chinesischer Investor 60 Millionen Euro dafür verlangt haben, dass er den Hahn übernimmt.

Dieser negative Kaufpreis wäre nicht ungewöhnlich. Schließlich steckt der Airport seit Jahren in den roten Zahlen. In diesem Jahr wird ein Defizit von 16 Millionen Euro erwartet, ähnlich hoch wird es wohl auch im kommenden Jahr sein. 2014 hatte das Minus sogar 45,2 Millionen Euro betragen, allerdings einschließlich Sonderabschreibungen.

Die Schulden liegen derzeit bei rund acht Millionen Euro, wie der "Volksfreund" berichtete. Eigentlich wäre die Summe viel größer. Doch Rheinland-Pfalz hatte rund 122 Millionen Euro zur Entschuldung in den Flughafen gesteckt.

Betriebshilfen duldet die EU bald nicht mehr

Der Flughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Beide Bundesländer wollen ihre Anteile am früheren US-Militärflughafen verkaufen. Die EU-Kommission in Brüssel hatte im vergangenen Jahr in zwei Beihilfeverfahren frühere Subventionen des Landes für den Airport gebilligt und so den Weg für einen Verkauf freigemacht.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Flughafen Hahn rechnet mit Jahresdefizit von rund 16 Millionen Euro

Brüssel duldet aber nur noch bis 2024 Betriebsbeihilfen für regionale Flughäfen. Zur Entschuldung wurden bereits landseitige Liegenschaften, die nichts mit dem Flugbetrieb zu tun haben, an den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung verkauft. Der Verkauf eines großen Grundstücks mit abrissreifen Gebäuden zieht sich allerdings derzeit in die Länge.

Von: gk mit Material von dpa
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