Vergleichende Werbung: Airbus verliert Rechtsstreit gegen Boeing

07.08.2013 - 17:09 0 Kommentare

Wegen unlauterer Werbemethoden ist Airbus gegen den Konkurrenten Boeing vorgegangen. Britische Werbeaufseher sahen das anders: Die beanstandete Anzeige habe sich schließlich an Experten gerichtet.

Erstflug der Boeing 747-8 Intercontinental

Erstflug der Boeing 747-8 Intercontinental
© Boeing - Boeing

Boeing hatte damit geworben, dass sein Jumbo Jet 747-8 Intercontinental einen "Kostenvorteil von 26 Prozent" je Flug im Vergleich zum Airbus A380 habe.

Boeing hatte damit geworben, dass sein Jumbo Jet 747-8 Intercontinental einen "Kostenvorteil von 26 Prozent" je Flug im Vergleich zum Airbus A380 habe.
Boeing

Airbus A380 auf der ILA 2006 in Berlin

Airbus A380 auf der ILA 2006 in Berlin
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Der europäische Flugzeugbauer Airbus ist mit einer Beschwerde gegen seinen US-Wettbewerber Boeing wegen vergleichender Werbung gescheitert. Die Anzeige sei absolut zulässig, da die Leser des betroffenen Magazins ausreichend fachkundig seien, entschied die britische Werbeaufsicht-Behörde Advertising Standards Agency (ASA) am Mittwoch. Boeing hatte in der Branchenzeitschrift "Flight International" damit geworben, dass sein Jumbo Jet 747-8 Intercontinental einen "Kostenvorteil von 26 Prozent" je Flug im Vergleich zum Airbus A380 habe und acht Prozent weniger Kerosin je Fluggast verbrauche.

Die ASA entschied, die Leser des im britischen Verlag Reed erscheinenden Wochenmagazins seien Experten, die solche Vergleiche gewöhnt seien und trotz aller möglichen Verzerrungen einschätzen könnten. Die Zeitschrift hat laut der aktuellen BPA-Ausweisung eine verbreitete Auflage von rund 33.000. Über ein Drittel davon wird kostenlos in der Branche verteilt. Etwas über 1.000 Hefte gehen nach Deutschland.

"Wir gehen davon aus, dass das Zielpublikum der Anzeige - diejenigen, die in die Entscheidungsprozesse zum Kauf großer Flugzeuge eingebunden sind - umfassendes Wissen auf dem Gebiet haben und mit dieser von Boeing eingesetzten Vergleichsmethode vertraut sind", erklärte die Werbeaufsicht.

Airbus argumentierte, ein Vergleich wie von Boeing angestellt müsse die tatsächliche Ausstattung von Flugzeugen berücksichtigen, wie Fluggesellschaften sie aktuell nutzten. "Unter diesen Umständen hat die A380 einen deutlich niedrigeren Kraftstoff-Verbrauch pro Sitz als die 747-8", erklärte das Unternehmen.

Boeing hatte eine 747-8-Konifiguration mit 467 Sitzen mit einer 555 Plätze fassenden A380 verglichen. Um den gleichen Komfort zu bieten, hätte Boeing nach Airbus-Einschätzung allerdings nur mit einer 405 Plätze zählenden 747-8 rechnen dürfen. Der Kraftstoffverbrauch pro Sitz wäre dann höher ausgefallen.

Im Mai hatte Boeing die 50. Maschine des Typs 747-8 ausgeliefert. Doch das Jubiläum fiel ohne großen Jubel aus. Die Absatzzahlen des neuen Jumbos liegen hinter den Erwartungen. Erst im April hatte der amerikanische Hersteller die Produktion heruntergefahren. Insgesamt wurden bislang 105 Maschinen bestellt.

Vom Airbus A380 wurden bislang 262 Stück bestellt. 101 Flugzeuge des Typs wurden bislang ausgeliefert. Erst kürzlich hatte British Airways den ersten Airbus A380 erhalten. Auf Kurzstreckenflügen zwischen London und Frankfurt sammeln die Crews derzeit Erfahrungen mit dem neuen Flugzeugtyp sammeln, ehe es ab Herbst auf die Langstrecke geht.

Von: AFP, airliners.de
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