Vereinigung Cockpit vergibt Mangelsterne an Flughäfen

21.05.2014 - 16:43 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit hat die deutschen Flughäfen erneut unter die Lupe genommen. Fünf von ihnen wurden mit einem Mangelstern bedacht. Generell entsprechen die Sicherheitsvorkehrungen aber den internationalen Vorschriften.

Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit - © © dpa - Boris Roessler

Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit © dpa /Boris Roessler

Fünf größere Flughäfen in Deutschland weisen nach Auffassung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) schwerwiegende Sicherheitsmängel auf. In einer am heutigen Mittwoch auf der Luftfahrtmesse ILA bei Berlin veröffentlichten Liste erhielten die Flughäfen in Friedrichshafen, Weeze, Lübeck, Memmingen und Zweibrücken jeweils einen "Mangelstern". Die schlechteste Bewertung ging an Memmingen.

Die fünf Flughäfen waren von der VC bereits in der vorherigen, im August 2013 veröffentlichten Liste mit einem Mangelstern versehen worden. Mehrere Airports hatten damals die Kritik als überzogen zurückgewiesen. So monierte der nun schon zum wiederholten Male als am schlechtesten bewertete Flughafen Memmingen damals "eine teilweise willkürliche Bewertung". Der Airport Lübeck hatte angegeben, dass es bedauerlich sei "nicht alle Komfortkriterien der Gewerkschaft der Piloten erfüllen zu können". Das sei aber leider nicht zu ändern.

VC, Lesen Sie auch: Vereinigung Cockpit: Fünf deutsche Flughäfen weisen massive Mängel auf

Auch in diesem Jahr wehren sich die Flughäfen gegen die Vorwürfe. Das Ergebnis der Gewerkschaft sei nicht nachvollziehbar, hieß es beispielsweise in Friedrichshafen. «Der Flughafen erfüllt vollumfänglich die gesetzlichen Bestimmungen und die Bestimmungen der Verordnung der International Civil Aviation Organisatzion», teilte der Airport mit. Zudem sei die VC nicht auf die Gegebenheiten vor Ort eingegangen und habe alle Flughäfen nach einem Einheitsschema bewertet.

Wie es heute seitens der VC hieß, entsprechen zwar die Sicherheitsvorkehrungen der deutschen Flughäfen den internationalen Vorschriften, nicht aber den höheren Ansprüchen der Piloten, die mit dem Vergleich die Sicherheitssituation kontinuierlich verbessern wollen. VC-Sprecher Jörg Handwerg sprach einer Mitteilung zufolge von einer Erfolgsgeschichte. Auch im vergangenen Jahr seien wieder Mängel beseitigt worden, weitere Verbesserungen seien in Arbeit. "Eine Industrienation wie Deutschland sollte sich bei der Flugsicherheit nicht mit Mindestanforderungen begnügen, sondern moderne Standards berücksichtigen“, so Handwerg.

Als besonderes Risiko sieht die VC Rangiermanöver auf der Startbahn, weil parallele Rollwege zu jedem Bahnkopf fehlen oder nicht nutzbar sind. Das sei in Lübeck, Memmingen und Zweibrücken der Fall und führt automatisch zu einem "Mangelstern". Häufig wurden auch verkürzte Anflugbefeuerung, fehlende oder schlecht einsehbare Windsäcke sowie fehlende Leuchten auf den Rollwegen oder in der Landezone kritisiert.

Ganz ohne Mängel blieben von 30 untersuchten Standorten nur sechs: Leipzig/Halle, München, Berlin-Schönefeld, Stuttgart, Düsseldorf sowie erstmals Bremen. Beim erstmals getesteten Flughafen Kassel-Calden wurden fehlende Lichter in der Landezone bemängelt. Deutschlands größtes Drehkreuz Frankfurt verfehlte die optimale Bewertung mit einem Mangel am Leitsystem zum Andocken an den Terminals.

Die vollständige VC-Mängelliste gibt es hier.

Von: dpa, airliners.de
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