Lufthansa-Piloten streiken morgen erneut

03.12.2014 - 08:10 0 Kommentare

Dritter Streiktag in einer Woche: Die Vereinigung Cockpit (VC) hat wieder zu einem Ausstand aufgerufen. Der Streik der Lufthansa-Piloten wird erneut die Langstrecke treffen.

Die Piloten der Lufthansa streiken auch im Dezember wieder.  - © © dpa - Bories Roessler

Die Piloten der Lufthansa streiken auch im Dezember wieder. © dpa /Bories Roessler

Beim Lufthansa-Arbeitskampf ist keine Lösung in Sicht: Nach dem zweitägigen Pilotenstreik müssen sich Passagiere auf der Langstrecke auch morgen (4. Dezember) erneut auf Behinderungen einstellen. Die Vereinigung Cockpit (VC) rief wieder zu einem Ausstand auf.

Zur Begründung erklärte die Pilotengewerkschaft, die jüngsten Verhandlungsrunden mit der Geschäftsleitung zur Übergangsversorgung hätten gezeigt, "dass es nach wie vor trotz wiederholter Arbeitsniederlegungen erhebliche Differenzen gibt". Daher sei beschlossen worden, den Arbeitskampf auszudehnen, obgleich die Gewerkschaft die Unannehmlichkeiten für die Passagier bedaure.

Cockpit erwarte nun "ein klares Bekenntnis des Managements zur Ausgestaltung fairer Bedingungen für ihre jungen Piloten". Lufthansa reagierte mit "vollkommenem Unverständnis" und forderte zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

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In dem seit Monaten laufenden Tarifkonflikt geht es nicht nur um die Übergangsrenten der 5.400 Piloten bei Europas größter Airline, sondern hinter vorgehaltener Hand auch um den künftigen Kurs des Dax-Konzerns. Die Aufsichtsräte haben heute ein neues Konzept für eine eigene Billigfluggesellschaft beschlossen, von dem die Piloten Nachteile für sich erwarten.

Lufthansa setzt auf "Eurowings"

Unter der Dachmarke "Eurowings" will Europas größter Luftverkehrskonzern künftig kostengünstige Direktflüge innerhalb Europas und auf der Langstrecke anbieten. Mit dem Verbund will Lufthansa der Konkurrenz von Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet begegnen.

In den Cockpits sollen die Piloten möglichst nicht zu den Konditionen des Konzerntarifvertrags beschäftigt werden, um Kostenvorteile zu erreichen. Dies spielte auch in dem Streik eine Rolle, der um Mitternacht zu Ende gegangen war.

Offiziell gestreikt wurde allerdings wegen der von der Streichung bedrohten Übergangsrenten der rund 5.400 Piloten. Würden die Piloten das neue Konzept erwähnen, würden Arbeitsgerichte die Streiks wohl verbieten. Denn streiken können Beschäftigte nur zu Tariffragen, nicht gegen Managementpläne.

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Wegen des 36-Stunden-Streiks hatte Lufthansa rund 1.400 Flüge abgesagt, rund 150.000 Passagiere waren betroffen. Es war bereits die neunte Streikrunde.

Das Unternehmen rechnete damit, dass der Flugbetrieb heute normal anläuft. Vielleicht gebe es noch Flugausfälle. "Wenn - dann nur sehr, sehr vereinzelt", sagte ein Sprecher der Lufthansa.

Sonderflugplan soll Streikfolgen mildern

Bei dem überraschend angekündigten erneuten Streik morgen sollen Kurz- und Mittelstreckenflüge sowie die Lufthansa-Tochter Germanwings laut VC nicht bestreikt werden. Der Ausstand auf der Langstrecke und bei Frachtflügen soll demnach von 3.00 Uhr früh bis Mitternacht dauern.

Mit einem Sonderflugplan will die Lufthansa die Auswirkungen des neuen Pilotenstreiks mildern. "Ziel ist es, auf der Langstrecke so viele Passagiere wie möglich ans Ziel zu bringen", sagte ein Sprecher der Lufthansa.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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