Vereinigung Cockpit: Piloten sollen über Streik bei Lufthansa abstimmen

13.01.2014 - 12:26 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit erhöht den Druck in den Verhandlungen mit der Lufthansa. Die Piloten der Fluggesellschaft sollen bei einer Urabstimmung über einen Streik abstimmen. Allerdings zeigen sich beide Seiten weiter offen für Verhandlungen.

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen in Düsseldorf. - © © dpa - Federico Gambarini

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen in Düsseldorf. © dpa /Federico Gambarini

Bei der Lufthansa drohen im späteren Frühjahr Streiks der rund 5000 Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat nach eigenen Angaben eine Urabstimmung über einen möglichen Arbeitskampf eingeleitet. In dem noch nicht begonnenen, über mehrere Wochen laufenden Verfahren sollen die Flugzeugführer und Co-Piloten der größten deutschen Fluggesellschaft über einen möglichen Streik entscheiden, erklärte heute Tarifexpertin Ilona Ritter.

In dem Konflikt geht es zum einen um den Tarifvertrag über die Gehälter, der trotz mehrerer Verhandlungsrunden seit fast zwei Jahren nicht verlängert worden ist. Zum anderen hat Lufthansa zum Jahresende 2013 den Tarifvertrag über die Alters- und Übergangsversorgung der Piloten gekündigt, um eine für das Unternehmen kostengünstigere Regelung zu erreichen.

Das Regelwerk ermöglichte den Lufthanseaten bislang, bereits ab dem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent der Bruttobezüge auszuscheiden. Die Ankündigung der Lufthansa, die Tarifverträge zur betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung im Inland aufkündigen und neu verhandeln zu wollen, hatte Anfang September auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO kritisiert.

Der jetzt eingeleitete Prozess laufe keineswegs automatisch auf einen Arbeitskampf hinaus, erläuterte Ritter weiter. Es seien laufend neue Verhandlungen möglich. Für die Urabstimmung will die Gewerkschaft eine Laufzeit von mindestens vier Wochen einplanen, um eine möglichst hohe Beteiligung zu erreichen.

Die Lufthansa zeigte sich heute gesprächsbereit. «Wir sehen gute Chancen für Einigungen zu den offenen Fragen - auch bei der Alters- und Übergangsversorgung. Wie immer bei Verhandlungen müssen sich beide Seiten aufeinander zubewegen», sagte eine Sprecherin.

Von: dpa, airliners.de
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