Vereinigung Cockpit reagiert mit Lob und Tadel auf Bericht der Easa-Taskforce

12.08.2015 - 14:01 0 Kommentare

Mit Zustimmung aber auch mit Kritik hat die Vereinigung Cockpit auf Easa-Vorschläge reagiert, die eine Taskforce nach dem Germanwings-Unglück erarbeitet hatte. Die ärztliche Schweigepflicht darf auf keinen Fall gelockert werden, fordert VC-Sprecher Wahl.

Markus Wahl - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Markus Wahl © dpa /Fredrik von Erichsen

Die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) hat jetzt die Empfehlungen der Easa bewertet, die eine Taskforce nach dem Absturz eines Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings entwickelt hatte. Die Empfehlungen würden sehr gute Ansätze enthalten, um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unglücks in der Zukunft zu verringern, teilte VC-Sprecher Markus Wahl mit. Besonders der Ausbau eines Netzwerks zur Unterstützung von Piloten sei ein guter Schritt. "Nur so kann sichergestellt werden, dass Betroffene sich nicht mehr verstecken wollen, sondern sich rechtzeitig Hilfe suchen", so Wahl.

Auf der anderen Seite sieht die VC manche Empfehlungen kritisch. Das nach dem Unglück eingeführte Zwei-Personen-Prinzip und ebenso die zufälligen Alkohol- und Drogentests lösen das Problem auf keinen Fall und könnten sogar kontraproduktiv wirken, hieß es weiter. Und: Ein "Random Drug & Alcohol Testing" würde den Piloten per se unter Generalverdacht stellen. "Viele Stoffe kann man zudem gar nicht zuverlässig nachweisen. Auch darf die ärztliche Schweigepflicht auf keinen Fall gelockert werden", forderte Wahl.

Easa-Bericht zum Nachlesen

Der Easa-Bericht ist in englischer Sprache verfasst und 19 Seiten lang. Hier gibt es den Bericht als PDF. Das komplette Positionspapier der Vereingung Cockpit zum Easa-Bericht ist hier zu finden.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Germanwings-Expertengruppe der EU ist für psychologische Tests bei Piloten

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: gk
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