Vereinigung Cockpit lehnt zufällige Drogen- und Alkoholtests ab

22.10.2015 - 13:39 0 Kommentare

Die EU-Aufsichtsbehörde Easa will mit strengeren Regeln für mehr Sicherheit in den Cockpits von Verkehrsflugzeugen sorgen. Doch einige Pläne werden von der Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit kritisiert. Ihr Sprecher hat aber einen Gegenvorschlag.

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. © dpa /Frank Rumpenhorst

Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in Südfrankreich will die EU-Aufsichtsbehörde Easa (European Aviation Safety Agency) die Bestimmungen für die Überwachung von Flugzeugbesatzungen ändern. Dazu empfiehlt die Easa unter anderem die Einführung von zufälligen Drogen- und Alkoholtests für Piloten. Die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) bekräftigte jetzt seine ablehnende Haltung. Die Tests stellten nachweislich keinen relevanten Gewinn für die Flugsicherheit dar, wie es in einer Mitteilung der VC hieß.

"Selbstverständlich hat ein Pilot, der Alkohol oder Drogen konsumiert hat, in einem Cockpit nichts zu suchen", so VC-Sprecher Markus Wahl. "Aber statt Geld für teure Tests zu verschwenden, sollten wir dieses lieber in Peer Intervention Programme stecken, die erfolgreich dazu beitragen, dass sich die wenigen Betroffenen gar nicht mehr verstecken wollen." Diese Programme hätten sich bereits bewährt und bewiesen, dass sie im Gegensatz zu Zufallstests funktionieren.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: EU-Flugaufsicht legt nächste Schritte nach Germanwings-Absturz fest

Weiter hieß es, dass das Unglück des Germanwingsfluges 4U9525 nach bisherigem Stand der Untersuchungen in keinem Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol stand. Das vorgeschlagene Verfahren sei völlig ungeeignet eine Katastrophe wie die des Germanwings-Fluges zu verhindern. Medikamente wie Psychopharmaka könnten mit den verfügbaren Tests - die zudem einen Generalverdacht gegenüber allen Piloten implizieren würden - meist überhaupt nicht nachgewiesen werden.

"Peer Intervention Programme" setzen laut VC auf Aufklärung statt Stigmatisierung. Sie ermöglichten es Betroffenen, sich helfen zu lassen, ohne sich sofort mit Arbeitsplatzverlust konfrontiert zu sehen. Sie würden eingreifen, bevor persönliche Probleme zur Gefährdung der Flugsicherheit führen und seien somit erwiesenermaßen das erfolgreichste Mittel gegen Drogen- oder Alkoholmissbrauch.

Von: gk
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