Vereinigung Cockpit: Ryanair soll "zwielichtige Geschäftspraktiken" beenden

12.07.2016 - 10:30 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit hat Ryanair dazu aufgefordert, "zwielichtige Geschäftspraktiken" zu beenden und Piloten direkt einzustellen. Zuvor hatte es Durchsuchungen des Zolls bei Partnerfirmen des Billigfliegers gegeben.

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. © dpa /Frank Rumpenhorst

Nach den Durchsuchungen des Zolls bei Ryanair-Piloten hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Fluggesellschaft aufgefordert, die Piloten direkt einzustellen. Der Billigflieger müsse seine "zwielichtigen Geschäftspraktiken" mit zwischengeschalteten Personaldienstleistern beenden, verlangte die VC jetzt laut einer Mitteilung.

Hinter den Durchsuchungen an sechs deutschen Ryanair-Flughäfen in der vergangenen Woche bei zwei britischen Personaldienstleistern steht laut der Staatsanwaltschaft Koblenz der Verdacht der Scheinselbstständigkeit und der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben.

Der Billigflieger nutze als Vorreiter aus, dass in Deutschland mehr als zehn Prozent aller Piloten arbeitslos seien, kritisierte die VC. Laut einer Studie müssten bereits 16 Prozent aller Piloten in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten.

© AirTeamImages.com, Danish Aviation Photo Lesen Sie auch: Beamten ermitteln an deutschen Airports gegen Ryanair-Partnerfirmen

Ryanair hatte erklärt, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten. Gegen die Airline selbst werde nicht ermittelt. Die Fluggesellschaft verlange von all ihren freien und fest angestellten Piloten, dass sie sich stets entsprechend ihren steuerlichen Pflichten verhalten.

Diese Haltung und der Verweis auf die beschuldigten Partnerfirmen mute wie Hohn an, erklärte VC-Sprecher Markus Wahl. "Die Preiskriege dürfen nicht länger auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden, erst recht nicht in sicherheitsrelevanten Umfeldern wie dem Luftverkehr", sagte VC-Vizepräsident Martin Locher.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Lesen Sie auch: Warum Airlines nicht mehr in die Ausbildung von Nachwuchspiloten investieren

Von: ch, dpa
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