Verdi weitet Warnstreik am Dienstag aus

14.01.2019 - 08:34 0 Kommentare

Neben Frankfurt sollen die Luftsicherheitsassistenten am Dienstag auch in Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle und München streiken. Tuifly bringt Passagiere daher kostenfrei nach Paderborn. ADV und BDL kritisieren die Arbeitskämpfe indes.

Verdi hat einen Streik angekündigt. - © © dpa - Bildfunk - Ralf Hirschberger

Verdi hat einen Streik angekündigt. © dpa - Bildfunk /Ralf Hirschberger

Flugreisende müssen am Dienstag nicht nur in Frankfurt, sondern auch an fünf weiteren Flughäfen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weitete ihren Streikaufruf für das Sicherheitspersonal am Wochenende auch auf die Flughäfen in Bremen, Dresden, Erfurt, Leipzig/Halle, Hamburg und Hannover aus. Am Airport München sollen zudem die Mitarbeiter der Personal- und Warenkontrollen die Arbeit niederlegen.

An den Flughäfen Bremen, Hamburg und Hannover rief Verdi das Sicherheitspersonal zu 24-stündigen Warnstreiks auf, die am Dienstag um Mitternacht beginnen sollen. Zuvor hatte am Samstag der Verdi-Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen angekündigt, dass sich die Beschäftigten an den Flughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt an den Arbeitsniederlegungen beteiligen würden.

Tuifly verlegt Abflüge

Wegen des Warnstreiks verlegt Tuifly vier Abflüge aus Hannover an den Flughafen Paderborn/Lippstadt. "Unsere Fluggäste werden wir über die neuen Flugzeiten direkt informieren und bitten früher am Flughafen Langenhagen zu erscheinen, um von dort gemeinsam mit Reisebussen nach Paderborn zu fahren", teilte das Unternehmen mit. Die Busse würden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es handele sich dabei um Flug 2144 nach Teneriffa Süd, 2830 nach Funchal, 6214 nach Agadir und 6954 nach Hurghada.

Die Arbeitgeber hätten bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, kritisierte die zuständige Fachbereichsleiterin des Landesbezirks, Christel Tempel. "Damit provozieren sie Streiks, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Einschränkungen im Flugverkehr führen werden."

Verhandlungen am 23. Januar

Am Flughafen Leipzig/Halle legen die Beschäftigten demnach am Dienstag von vier bis 18 Uhr die Arbeit nieder, in Dresden von drei bis 21 und in Erfurt von sechs bis 22 Uhr. Am Freitag hatte Verdi bereits das Sicherheitspersonal an Deutschlands wichtigstem Luftfahrtdrehkreuz in Frankfurt zum Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten sollen am Dienstag von zwei bis 20 Uhr die Arbeit niederlegen.

Verdi verhandelt zusammen mit der Gewerkschaft DBB Beamtenbund und Tarifunion über eine Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen der rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen. Verdi fordert bundesweit eine Erhöhung des Stundenlohns im Kontrollbereich auf 20 Euro. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab. Beide Seiten wollen am 23. Januar weiter verhandeln. Vier bisherige Tarifrunden waren ergebnislos geblieben.

Verbände üben Kritik

Scharfe Kritik an der Ausweitung der Warnstreiks äußerte der Flughafenverband ADV. Es sei "unverantwortlich" von Verdi, die Streiks "bis zum Exzess" auszudehnen. Mit den Arbeitsniederlegungen werde jede Dimension eines Warnstreiks gesprengt. "An den sechs Flughäfen werden etwa 180.000 Passagiere von Flugstreichungen und Verspätungen betroffen sein", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Weitere zehntausend Passagiere kommen an den Flughäfen hinzu, von denen keine Flüge zu den bestreikten Flughäfen rausgehen können."

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bezeichnete die Streiks als "völlig unverhältnismäßig". Leidtragende seien die Passagiere, deren Reisepläne durcheinandergebracht würden, sowie die Flughäfen und Fluggesellschaften, die nicht an der Tarifauseinandersetzung beteiligt seien, aber die Folgen verkraften müssten. "Darüber hinaus konterkariert das die Anstrengungen von Bund und Ländern, die mangelnde Effizienz der Luftsicherheitskontrollen in Deutschland deutlich zu verbessern", kritisierte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Erst am Donnerstag waren wegen des Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den drei Flughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf und Stuttgart mehr als 600 Flüge gestrichen worden. Zehntausende Passagiere waren betroffen. Am Montag hatte das Sicherheitspersonal an den beiden Berliner Flughäfen die Arbeit niedergelegt.

Von: br mit Material von AFP und dpa
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