Verdi prüft neues Tarifangebot aus Stuttgart

02.03.2017 - 10:12 0 Kommentare

Der Flughafen Stuttgart legt eine neue Offerte für die Bodenverkehrsdienste vor. Die Gewerkschaft Verdi nennt erste Details. Indes richtet sich der Blick in den aktuellen Tarifverhandlungen mit Spannung auf Berlin.

Ein Mitglied der Gewerkschaft Verdi streikt am Flughafen Stuttgart. - © © dpa - Marijan Murat

Ein Mitglied der Gewerkschaft Verdi streikt am Flughafen Stuttgart. © dpa /Marijan Murat

Auch die dritte Tarifrunde am Stuttgarter Flughafen ist ohne Einigung zu Ende gegangen. Zwar legte die Flughafentochter SGS wie gefordert ein neues Angebot vor, dies ist der Gewerkschaft Verdi jedoch noch deutlich zu niedrig. "Das Angebot ist noch weit von dem entfernt, was wir eigentlich erzielen wollten", sagte Landesfachbereichsleiter Andreas Schackert.

Laut Verdi sieht die Offerte im ersten Jahr eine pauschale Erhöhung des Stundenlohns um 55 Cent für alle Entgeltgruppen vor. Im zweiten Jahr würde das Einkommen um rund drei Prozent steigen - das entspricht circa 31 bis 53 Cent. Neben einer Gewinnbeteiligung für 2018 ist die SGS nach Verdi-Angaben zudem bereit, eine Pauschale in Höhe von 700 Euro auszuzahlen.

"Löhne knapp über dem Mindestlohn"

Schackert sagte, man wolle nun mit den Gewerkschaftsmitgliedern das Angebot diskutieren. Das Ergebnis soll am kommenden Mittwoch präsentiert werden, wenn Verdi und SGS nochmals zusammenkommen. Zuletzt bot die SGS ein Lohn- und Gehaltsplus von 10 Prozent binnen drei Jahren - plus eine Gewinnbeteiligung. Verdi fordert hingegen, die Bezahlung der 300 Beschäftigten an der Stuttgarter Passagierabfertigung pauschal um zwei Euro pro Stunde anzuheben.

Laut Gewerkschaft verdienen die meisten Beschäftigten derzeit zwischen 9,20 und 11,52 Euro pro Stunde. "Bis heute werden bei der SGS Löhne gezahlt, die zum Teil knapp über dem Mindestlohn liegen", kritisierte Schackert. "Wir vertreten Mitglieder, die trotz Vollzeit an ihren freien Tagen kellnern gehen müssen und sich keine eigene Wohnung leisten können.“ Bislang ist noch unklar, wann es in Stuttgart zu Warnstreiks kommen könnte.

Urabstimmung in Berlin

In Berlin hingegen läuft seit dieser Woche eine Urabstimmung der Bodenverkehrsdienste über eine Arbeitsniederlegung. Am Freitag will Verdi die Ergebnisse und das weitere Vorgehen dann bekanntgeben. Berlin gilt als Exampel bei den Tarifverhandlungen.

Gleichzeitig arbeitet die Gewerkschaft schon seit einiger Zeit an einem bundesweiten Branchentarifvertrag für die deutschen Verkehrsflughäfen. Ziele sind unter anderem gleiche Standards bei der Bezahlung sowie bei Urlaubstagen und Urlaubsgeld. Anfang Juni hatten an mehreren deutschen Flughäfen Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste gegen mangelhafte Arbeitsbedingungen protestiert.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie hier mehr dazu: Bundesweiter Tarifvertrag für Bodenverkehrsdienste noch nicht in Sicht

Von: cs
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