Neue Gespräche angestrebt

Verdi setzt Streiks an NRW-Flughäfen aus

29.01.2013 - 17:26 0 Kommentare

Nach den massiven Streiks an den Flughäfen in Köln/Bonn und Düsseldorf ist bis Montag erst einmal Ruhe. Die Gewerkschaft Verdi setzt auf Gespräche mit den Arbeitgebern der Sicherheitsbranche.

Sicherheitsschleuse am Flughafen Frankfurt/Main  - © © dpa -

Sicherheitsschleuse am Flughafen Frankfurt/Main © dpa

Bis zum kommenden Montag soll es keine weiteren Streiks der privaten Fluggastkontrolleure an den Flughäfen von Nordrhein-Westfalen geben. Darauf verständigte sich heute die Verdi-Tarifkommission in Düsseldorf. Zudem will die Gewerkschaft eigenen Angaben nach einen Schritt auf die Arbeitgeber zugehen und zwei konkrete Terminvorschläge für Gespräche Anfang nächster Woche machen. Das Angebot gelte nicht nur für die Luftfahrt, sondern auch für andere Unternehmen, die privates Sicherheitspersonal beschäftigen, hieß es weiter.

Am Donnerstag und Freitag vergangener Woche hatten Streiks der Sicherheitsleute an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn für massive Behinderungen mit langen Warteschlangen und Flugausfällen gesorgt. 

Voraussetzung für die Offerte an die NRW-Landesgruppe des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) sei jedoch die Verhandlungsbereitschaft sowie ein verbessertes Angebot. Die Vorbereitungen für neue Streiks und Aktionen sollten zudem parallel weiterlaufen, um bei einem endgültigen Scheitern der Tarifverhandlungen «schnell handlungsfähig» zu sein, sagte NRW-Verdi-Sprecher Günter Isemeyer.

Für die 34.000 Beschäftigten der Wach- und Sicherheitsbranche in NRW fordert Verdi Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 2,65 Euro. Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten in der untersten Lohngruppe mit einem Brutto-Stundenlohn von 8,23 Euro. An den Flughäfen liege der Stundenlohn des Sicherheitspersonals bei 12,36 Euro.

Der Einsatz von privaten Wachleuten an Flughäfen hatte in den vergangenen Tagen deutschlandweit eine Diskussion herbeigeführt. Flughafenchefs und Reiseunternehmer drohten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in einem Schreiben mit Schadenersatzforderungen, weil der Bund keinen Notdienst mit Polizisten als Ersatzpersonal eingerichtet hatte.

Die Bundespolizeigewerkschaft (DPolG) in Berlin wies die Kritik am Dienstag als ungerechtfertigt und scheinheilig zurück. «Erst ist der Bund in die Privatisierung hoheitlicher Aufgaben gedrängt worden, um die Gebühren für die Luftsicherheitskontrollen niedrig zu halten, nun wird plötzlich wieder eine Aufgabenwahrnehmung durch den Bund gefordert», kritisierte der Vorsitzende der DPolG, Hans-Joachim Zastrow.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair streicht weitere Flüge in Deutschland

    Insgesamt 140 Verbindungen: Der Riesen-Streik in sechs Ländern belastet Ryanair nach airliners.de-Recherchen bis zum Mittag stärker als angenommen. Indes regt sich unter den deutschen Flughäfen Unmut über die Streithähne.

    Vom 28.09.2018
  • Streikende belgische Ryanair-Flugbegleiter. Ryanair-Streik trifft auch Deutschland

    Die Ryanair-Flugbegleiter in vier Ländern streiken am Mittwoch. Die Airline strich hunderte Flüge - das hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Und es sind nicht die letzten Ausstände.

    Vom 25.07.2018
  • Ryanair-Kabinenpersonal fordert mehr Geld sowie bessere Konditionen. Deutsche Crews bestreiken am Mittwoch Ryanair

    Gewerkschaften in ganz Europa streiten für bessere Arbeitsbedingungen bei Ryanair. In Deutschland legen die Piloten am Mittwoch erneut die Arbeit nieder. Ihnen schließt sich die Kabine an - nicht ohne Kritik.

    Vom 11.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus