Verdi hat Ryanair-Tarifvertrag noch nicht finalisiert

14.12.2018 - 09:33 0 Kommentare

Verdi und Ryanair einigen sich auf Eckpunkte eines Tarifvertrags für deutsche Flugbegleiter. Innerhalb einer ersten Frist ist das Werk aber nicht ausformuliert. Ufo fordert indes neue Gespräche.

Flugbegleiterin von Ryanair. - © © Ryanair -

Flugbegleiterin von Ryanair. © Ryanair

Die zwischen Verdi und Billigflieger Ryanair vereinbarten Kernpunkte sind bislang noch nicht in einem Tarifvertrag niedergeschrieben. Wie eine Sprecherin der Gewerkschaft zu airliners.de sagte, konnte man die für Ende November gesetzte Frist wegen "redaktionellen Verhandlungen" nicht einhalten, rechne aber noch in diesem Jahr mit einer Finalisierung.

Verdi und Ryanair hatten Anfang November eine Grundsatzeinigung im Tarifkonflikt für die rund 1000 deutschen Flugbegleiter vereinbart. Laut des Papiers, das unserer Redaktion vorliegt, soll das Grundgehalt in sechs Schritten bis 2020 steigen. Zudem wird den Flugbegleitern eine Garantie an Mindeststunden pro Jahr gegeben.

Kritik von Ufo an den Ergebnissen

Der ebenfalls um einen Tarifvertrag bei Ryanair bemühten Gewerkschaft Ufo ist dies allerdings zu wenig. So sei in der vorläufigen Einigung nicht erkennbar, dass die bei Ryanair zum Einsatz kommenden Leiharbeitsmodelle abgeschafft würden, heißt es im Umfeld der Arbeitnehmervertreter. Auch würde das Thema des 'unpayed leave', unbezahlten Zwangsurlaubs, nicht thematisiert. Beides wären aber zentrale Punkte in der Auseinandersetzung.

Ufo-Anwalt Olaf Bödecker rief den Low-Coster erneut auf, die Verhandlungen mit Ufo wieder aufzunehmen. "Der Gesprächsfaden ist nicht mehr da", konstatiert Boedecker im Gespräch mit unserer Redaktion. Zuletzt hatten Ufo und Ryanair vor Gericht wegen einer Pressemitteilung der Gewerkschaft gestritten - die Iren wollten diese verbieten lassen, scheiterten jedoch damit.

Gewerkschaften bei Ryanair

Land Cockpit Kabine
Belgien Beca LBC-NVK
Deutschland VC Ufo, Verdi
Griechenland Helenic Alpa Racu*
Großbritannien Balpa Unite
Irland Ialpa Forsa
Italien Anpac** UIL, Anpac
Portugal Spac SNPVac
Spanien Sepla Stavla, Uso
* = extra für Ryanair gegründet; ** = fusionierte 2016 mit der Avia. | Quelle: airliners.de

Der Rechtsstreit sei, so Bödecker, zum Anlass genommen worden, dass Ryanair sämtliche weitere Termine abgesagt hatte. "Das muss nun ein Ende haben und Ryanair zurück an den Verhandlungstisch kommen."

Ryanair und Ufo hatten seit April offiziell verhandelt. Eigentlich wollten die Iren in diesem Jahr europaweit nur mit Piloten Gespräche führen. Die deutsche Vereinigung Cockpit meldete jüngst ebenfalls eine Einigung:

© AirTeamImages, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: Einigung zwischen Ryanair und deutschen Piloten

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Flugbegleiterin von Eurowings. Ufo will Eurowings Europe tarifieren

    Eigentlich endet Tarifrecht an den Landesgrenzen. Doch bei der österreichischen Eurowings Europe könnte es zu einem Novum kommen - dem die Airline-Spitze laut der Gewerkschaft Ufo sogar selbst zugestimmt hat.

    Vom 28.11.2018
  • Kabinenpersonal von Ryanair. Ufo sieht noch Streikgefahr bei Ryanair

    Der Streit um einen Tarifvertrag für Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland droht zu eskalieren - obwohl Verdi bereits über Eckpunkte abstimmt. Denn mit Ufo streitet sich die Airline noch vor Gericht. Die Gewerkschaft schließt Streiks nicht aus.

    Vom 12.11.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus