Verdi-Mitglieder stimmen Einigung mit Ryanair zu

13.11.2018 - 16:22 0 Kommentare

Nach einer Vorvereinbarung mit Ryanair hofft die Gewerkschaft Verdi nun bis Ende November auf einen Tarifvertrag für die deutschen Flugbegleiter. In einer Kernfrage gibt es bisher allerdings keine Einigung.

Flugbegleiter von Ryanair. - © © Ryanair -

Flugbegleiter von Ryanair. © Ryanair

Im Konflikt mit Ryanair haben die Verdi-Mitglieder einer Vorvereinbarung für einen Tarifvertrag "mit sehr großer Mehrheit zugestimmt". Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Damit sei der Weg frei für den ersten Tarifvertrag für die rund 1000 Flugbegleiter des Billigfliegers in Deutschland. Er betreffe sowohl die bei Ryanair angestellten Beschäftigten als auch die Leiharbeitnehmer.

Der Tarifvertrag solle bis Ende November endgültig ausgehandelt werden. Vorgesehen ist eine Laufzeit bis Ende März 2021.

Umstellung auf deutsches Recht und mehr Geld

Die vergangene Woche erzielte Einigung zwischen Ryanair und Verdi umfasst die Umstellung der Verträge auf deutsches Arbeits- und Sozialrecht. Die Beschäftigten haben dadurch künftig Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit und fallen unter den deutschen Kündigungsschutz.

Auch die finanzielle Situation des Kabinenpersonals soll deutlich verbessert werden. Laut Verdi werde jedem Flugbegleiter ein Minimum von 600 Stunden garantiert. Das Grundgehalt steigt um 600 Euro, hinzu kommt eine weitere Gehaltserhöhung von 200 bis 250 Euro erreicht.

Zudem wurde ein Sozialplan für den Fall von Stationsschließungen oder -reduzierungen getroffen. Er gilt auch für die Beschäftigten der Bremer Ryanair-Basis, die soeben geschlossen wurde, und sieht unter anderem Abfindungsregelungen bei Versetzungen und Wiedereinstellungen vor.

Ryanair sperrt sich weiter gegen Betriebsräte

Allerdings lasse sich Ryanair bisher nicht auf die Gründung von Betriebsräten ein, beklagte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle in einer Mitteilung. "Wir setzen hierbei auf die Politik, die eine Gesetzesänderung beschließen muss, um eine Betriebsratsgarantie auch im Luftraum einzuführen."

Parallel zu Verdi kämpft auch die Gewerkschaft Ufo für einen Tarifvertrag zugunsten der Ryanair-Flugbegleiter. Die Gespräche ruhten jedoch wegen eines Rechtsstreits zuletzt seit Wochen. Nachdem dieser entschieden wurde, rief Ufo am Montag die Airline auf, an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Gefahr von Streiks sei mit der Verdi-Einigung nicht vom Tisch, drohte die Konkurrenz-Gewerkschaft.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Ufo sieht noch Streikgefahr bei Ryanair

Von: pra
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