Verdi kündigt Streiks an mehreren Flughäfen an

25.03.2014 - 15:56 0 Kommentare

Schon wieder droht ein Streik an den Flughäfen. Diesmal ruft Verdi die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Warnstreik auf. Am Flughafen Frankfurt ist mit massiven Behinderungen zu rechnen. Und auch andere Flughäfen werden betroffen sein.

In Frankfurt am Main hatte am 21. Februar ein ganztägiger Warnstreik des privaten Sicherheitspersonals zu chaotischen Verhältnissen geführt. - © © dpa - Arne Dedert

In Frankfurt am Main hatte am 21. Februar ein ganztägiger Warnstreik des privaten Sicherheitspersonals zu chaotischen Verhältnissen geführt. © dpa /Arne Dedert

In Frankfurt und an anderen deutschen Flughäfen drohen am Donnerstag massive Behinderungen und Flugausfälle. Am größten deutschen Drehkreuz hat die Gewerkschaft Verdi tausende Beschäftigte des Betreibers Fraport zu einem elfstündigen Warnstreik zwischen 03.30 und 14.30 Uhr aufgerufen. Auch in Köln-Bonn, München, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart sollen die öffentlich beschäftigten Flughafenmitarbeiter die Arbeit ruhen lassen, wie der Verdi-Bundesvorstand in Berlin mitteilte.

In München soll der Warnstreik um 5.00 Uhr beginnen und voraussichtlich gegen 13.00 Uhr enden. Für 10.00 Uhr ist eine Kundgebung mit anschließender Demonstration durch die Terminals geplant.

In Stuttgart hat der dbb-Beamtenbund die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von 5.00 bis 14.00 Uhr zu Warnstreiks aufgerufen. Von 7.30 Uhr an soll es einen Demonstrationszug durch das Terminal geben.

Laut Gewerkschaft sollen in Frankfurt unter anderem die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste, der Frachtabfertigung und der Passagierkontrollen streiken, nicht aber der Flughafenfeuerwehr. Wenn die Feuerwehr nicht zum Dienst antreten würde, könnte der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen gar nicht stattfinden.

© dpa Lesen Sie auch: Im Fokus des Tarifstreits: Der 100-Euro-Sockel

Die Lufthansa als größter Kunde des Flughafens arbeitet an einem Ersatzflugplan. Man werde sich bemühen, die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten, hatte eine Sprecherin bereits gestern erklärt.

Die Frachttochter der Lufthansa hat sich mit ihren Planungen ebenfalls auf Behinderungen eingerichtet, wie der Vorstandschef der Lufthansa Cargo, Karl Ulrich Garnadt, erklärte. «Wir rechnen schon mit deutlichen Einschränkungen des Betriebs in Frankfurt.»

Die einstmals öffentliche Fraport hatte an die Gewerkschaft appelliert, die Warnstreiks mit Augenmaß und mit Rücksicht auf die Passagiere auszuüben. Arbeitsdirektor Michael Müller hatte eine zeitliche Befristung des Warnstreiks auf wenige Stunden verlangt. Zumindest ein begrenzter Flugbetrieb für den internationalen Luftverkehr müsse sichergestellt bleiben.

Piloten sind ebenfalls streikbereit

Neben dem Verdi-Warnstreik drohen in den kommenden Tagen auch Streiks der Lufthansa-Piloten. Deren Gewerkschaft «Vereinigung Cockpit» ist seit der vergangenen Woche nach der Urabstimmung von rund 5400 Lufthansa-Piloten streikbereit, hat aber bis Dienstagmittag noch keinen konkreten Termin für einen ersten Ausstand benannt. Der Streik soll jeweils 48 Stunden vorher bekanntgegeben werden, damit die Passagiere umplanen können.

Erst am 21. Februar hatten die ebenfalls von Verdi vertretenen privaten Sicherheitskräfte Deutschlands größtes Drehkreuz für einen ganzen Tag lahmgelegt, indem die Passagiere an den Eingängen unkontrolliert blieben und so ihre Flüge nicht antreten konnten. Über die Gehälter dieser Berufsgruppe sollte am Mittwoch wieder verhandelt werden.

Verdi fordert unter anderem, dass die Einkommen der deutschlandweit 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber diskutieren über eine soziale Komponente, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt.

Von: dpa
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