Verdi kritisiert geplante EU-Maßnahmen

12.06.2017 - 14:46 0 Kommentare

Die EU-Kommission will neue Regeln gegen Fluglotsenstreiks einführen. Das Streikrecht werde nicht eingeschränkt, heißt es. Doch die Gewerkschaft Verdi sieht das anders.

Der Arbeitsplatz eines Fluglotsen auf dem Tower des Flughafen Leipzig/Halle. - © © dpa - Sebastian Willnow

Der Arbeitsplatz eines Fluglotsen auf dem Tower des Flughafen Leipzig/Halle. © dpa /Sebastian Willnow

Die Gewerkschaft Verdi hat die geplanten Regelungen der EU-Kommission bezüglich der Fluglotsen kritisiert. Diese würden gegen das Streikrecht verstoßen, heißt es in einer Mitteilung. Demokratie am Arbeitsplatz setze ein intaktes und umfassendes Streikrecht voraus.

"Wir verwahren uns entschieden gegen diesen offensichtlichen Versuch der EU Kommission, die Axt an ein fundamentales Grundrecht aller abhängig Beschäftigten innerhalb der Europäischen Union zu legen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle laut einer Mitteilung. Man werde gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Europäische Transportarbeiter Föderation (ETF) dagegen vorgehen.

Verdi wehrt sich gegen Ankündigungsfristen

In der vergangenen Woche hatte die EU Maßnahmen beschlossen, um ihre Luftverkehrsstrategie voranzubringen. So soll es zum Beispiel zu weniger Flugausfällen und Verspätungen durch Arbeitskämpfe von Fluglotsen kommen. Von der EU-Kommission hieß es bei der Vorstellung der Regeln: Das Streikrecht selbst werde dabei nicht eingeschränkt.

© European Commission, Lesen Sie auch: EU-Kommission beschließt Maßnahmen zur Luftverkehrsstrategie

Verdi sieht das anders. Die EU plane beispielsweise, dass Gewerkschaften kollektive Streiks von Fluglosten mindestens zwei Wochen und individuelle Streiks 72 Stunden vorher ankündigen müssen.

Auch die Möglichkeit, dass bei Streiks die Kontrolle des betroffenen Luftraums von anderen Regionen übernommen werden könnte, werde geprüft. "Das käme einem gesetzlich legitimierten, grenzüberschreitenden Streikbrechereinsatz gleich", so Behle.

Von: ch
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