Verdi-Mitglieder in Berlin stimmen für Streik

03.03.2017 - 14:15 0 Kommentare

Das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen hat sich beinahe einstimmig für Streiks ausgesprochen. Ein Ausstand in Stuttgart führt indes nur zu geringen Einschränkungen.

Ein Flughafenmitarbeiter wirft am 28.02.2017 in Berlin während einer Verdi-Urabstimmung am Flughafen Tegel seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. - © © dpa - Gregor Fischer

Ein Flughafenmitarbeiter wirft am 28.02.2017 in Berlin während einer Verdi-Urabstimmung am Flughafen Tegel seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. © dpa /Gregor Fischer

An den Berliner Flughäfen droht nach einer Urabstimmung ein unbefristeter Streik. 98,6 Prozent des bei Verdi organisierten Bodenpersonals sprach sich in der seit Montag laufenden Urabstimmung für Streik aus.

Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft jetzt mit.

Der Arbeitgeberseite sei eine Frist bis Dienstag gesetzt worden, ein "verhandlungsfähiges" Angebot vorzulegen, sagte ein Verdi-Sprecher. Ab Mittwoch seien dann Ausstände möglich. Diese würden mit einem Vorlauf von einem halben Tag angekündigt.

Ein Arbeitgebersprecher sagte kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses, dass man dies "bedauere", doch: "Unser Ziel bleibt, eine für beide Seiten abbildbare Lösung am Verhandlungstisch zu finden."

Wir bedauern, dass hier die Weichen für neuerliche Arbeitskampfmaßnahmen gestellt wurden.

Sprecher der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg

Verdi fordert einen Euro mehr pro Stunde bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten, die Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg boten zuletzt 1,20 Euro mehr pro Stunde, allerdings auf vier Jahre verteilt.

In der Summe würden die Forderungen von Verdi die eigentlichen Lohnforderungen mehr als verdoppeln, argumentieren die Arbeitgeber. "An den Flughafen-Standorten in Berlin und Brandenburg werden jetzt schon mit die höchsten Löhne bei den Bodenverkehrsdiensten deutschlandweit gezahlt."

Der Abstimmungen waren fünf Runden Tarifverhandlungen vorausgegangen, in denen es Verdi und den Arbeitgebern nicht gelungen war, ein neues Bezahlmodell für die rund 2000 Beschäftigten zu finden.

Streiks in Stuttgart

Bereits am Freitag gestreikt hat das Bodenpersonal am Flughafen Stuttgart. Rund 90 Prozent der Frühschicht legten die Arbeit von halb vier Uhr morgens bis zum Abend nieder. Die Beeinträchtigung des Flugverkehrs hielt sich laut Pressestelle des Flughafens in Grenzen.

Am Mittwoch hatte die Flughafentochter SGS ihre Offerte nachgebessert: So soll der Stundenlohn im ersten Jahr pauschal für alle Entgeltgruppen um 55 Cent erhöht werden. 2018 würde das Einkommen um 3,33 Prozent steigen - das entspricht je nach Entgeltgruppe circa 31 bis 53 Cent.

Neben einer Gewinnbeteiligung für 2018 ist die SGS nach Verdi-Angaben zudem bereit, eine Pauschale in Höhe von 700 Euro auszuzahlen. Die Gewerkschaft hält das Angebot nach wie vor für zu niedrig.

Verdi verhandelt darüberhinaus aktuell noch an den Flughäfen Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Leipzig und Dresden Tarifverträge für Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste. Von den Verhandlungen betroffen sind die Beschäftigten privater Dienstleister und ausgegliederter Töchter öffentlicher Flughäfen.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Bundesweiter Tarifvertrag für Bodenverkehrsdienste noch nicht in Sicht

Die Forderungen der Gewerkschaft sind für jeden Standort unterschiedlich. Im Zentrum der Verhandlungen stehen dringend notwendige Einkommenserhöhungen. Gefordert wird eine Erhöhung um ein bis zwei Euro pro Stunde sowie die Einführung neuer Gehaltsgruppen.

Gleichzeitig arbeitet die Gewerkschaft schon seit einiger Zeit an einem bundesweiten Branchentarifvertrag für die deutschen Verkehrsflughäfen. Ziele sind unter anderem gleiche Standards bei der Bezahlung sowie bei Urlaubstagen und Urlaubsgeld. Anfang Juni hatten an mehreren deutschen Flughäfen Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste gegen mangelhafte Arbeitsbedingungen protestiert.

Von: cs, dpa, AFP
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