Verdi warnt vor Auseinandersetzungen bei Lufthansa-Caterer Sky Chefs

10.06.2016 - 14:27 0 Kommentare

Die Lufthansa will bis zu 1700 Jobs bei ihrer Catering-Tochter LSG Sky Chefs streichen. Das will die Gewerkschaft Verdi so nicht hinnehmen - und kündigte "heftige Auseinandersetzungen" an.

Ein Mann rührt neben Schalen mit Gewürzen in einem großen Kochtopf in der Produktion der LSG Sky Chefs.  - © © dpa - Daniel Reinhardt

Ein Mann rührt neben Schalen mit Gewürzen in einem großen Kochtopf in der Produktion der LSG Sky Chefs. © dpa /Daniel Reinhardt

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnt die Lufthansa vor "heftigen Auseinandersetzungen" wegen geplanter Stellenstreichungen bei der Catering-Tochter LSG Sky Chefs. Die Pläne eines "Kahlschlags" seien "vertragswidrig", erklärte jetzt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Sie warf der Lufthansa "Vertrauensbruch und Tarifflucht" vor. Die Airline will bei LSG Sky Chefs in Deutschland bis 2021 bis zu 1700 Stellen streichen.

Die Lufthansa habe mit Verdi einen Beschäftigungssicherungsvertrag geschlossen, der bis Ende 2020 laufe, erklärte Behle. Es stehe "nicht im Belieben des Partners LSG Sky Chefs, diesen Vertrag zu ignorieren". Die Belegschaft habe durch Lohnverzicht und andere Absenkungen mehr als 16 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. "Niemand soll glauben, dass unsere Kollegen drei Jahre später das Feld kampflos räumen."

Neben den Stellenstreichungen will LSG Sky Chefs laut Verdi Küchen ins Ausland verlagern. Anfang kommenden Jahres solle eine neue Zentralküche in Tschechien entstehen. "Das ist Tarifflucht und hat mit sozialer Verantwortung nichts zu tun", kritisierte Behle.

Küchen wandern ins Ausland

Das Unternehmen machte 2015 drei Milliarden Euro Umsatz und steigerte den operativen Gewinn um 12,5 Prozent auf 99 Millionen Euro. Beliefert werden neben der Lufthansa unter anderem auch Airlines wie Delta, Thai Airways und Emirates.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Lufthansa will Jobs bei Catering-Tochter LSG Sky Chefs streichen

Die Lufthansa hatte am Mittwoch bestätigt, der Vorstand prüfe die Stellenstreichungen aufgrund "rasanter und drastischer" Marktveränderungen. Als Gründe nannte die Fluggesellschaft den Kostendruck und das veränderte Einkaufsverhalten vieler Fluggesellschaften. Laut LSG Sky Chefs basiert das derzeitige Standortnetz auf "historisch gewachsenen Strukturen, die nicht mehr wettbewerbsfähig" seien.

Von: ch, AFP
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