Verdi ruft Air-Berlin-Mitarbeiter zu Demonstration auf

14.11.2017 - 15:28 0 Kommentare

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will in Berlin auf die "Verschleierung von Betriebsübergängen" bei der Air-Berlin-Insolvenz aufmerksam machen. Hunderte Mitarbeiter sind seit Anfang des Monats freigestellt.

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion am 16.10.2017 in Berlin.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion am 16.10.2017 in Berlin. © dpa /Maurizio Gambarini

Unter dem Motto "Billiglöhne sind kein Glück - wir wollen unsere Jobs zurück" hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Beschäftigte von Air Berlin für den kommenden Mittwoch zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen.

Mit Kundgebungen und einem Demozug wolle man auf die "Verschleierung von Betriebsübergängen" aufmerksam machen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland zu fairen Arbeitsbedingungen. Anders als von der Air-Berlin-Geschäftsführung und der Lufthansa behauptet, werde der große Teil der Mitarbeiter keine Anschlussbeschäftigung finden, beschwert sich die Gewerkschaft.

Lufthansa und Easyjet wollen die größten Teile der Air Berlin schlucken. Dabei übernimmt Eurowings aber nur die rund 1700 Mitarbeiter bei LGW und Niki direkt. Weitere 1300 der vormals rund 8000 Air-Berlin-Beschäftigten sollen sich neu bewerben. Auch LGW sucht aktuell nach Piloten und Flugbegleitern.

Zudem will Easyjet will in den kommenden Monaten bis zu 1000 ehemalige Air Berliner einstellen. Auch beim britischen Billigflieger müssen sich die Mitarbeiter neu bewerben. Allerdings hat die Airline mit Verdi bereits eine Vereinbarung für die Einstellungen getroffen und will sogar Übergangsgeld zahlen. Easyjet plant, in Berlin-Tegel bis zu 25 Flugzeuge zu stationieren.

Arbeitsagentur zahlt kein Insolvenzgeld mehr

Bislang wurde das Gehalt der Air-Berlin-Mitarbeiter von der Arbeitsagentur übernommen und in Form eines Insolvenzgelds ausgezahlt. Da das Insolvenzverfahren seit dem 1. November eröffnet ist, greift dieser Umstand nicht mehr. Hunderte Mitarbeiter wurden seitdem "widrruflich freigestellt". Sie sollen zeitnah die Kündigung erhalten. Wann genau, ist allerdings offen.

Bis zur Kündigungswelle sollen ein Sozialplan und ein Interessenausgleich mit den Arbeitnehmervertretern in Cockpit und Kabine vereinbart werden. Für Bodenbeschäftigten in Berlin gibt es zudem eine Auffanggesellschaft, die für sechs Monate einen Übergang schaffen soll. Auch für die Air Berlin Technik hat sich ein Käufer gefunden. Eine Bietergemeinschaft aus Nayak und Zeitfracht übernimmt die Air Berlin Technik - allerdings nicht mit allen Mitarbeitern.

© dpa, Lesen Sie auch: Air-Berlin-Mitarbeiter sollen sich arbeitslos melden

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und blieb bis dahin nur durch einen Kredit des Bundes in der Luft. Nach dem letzten Flug unter AB-Code fliegt Air Berlin noch mit rund einem Dutzend Flugzeuge für Eurowings. Die Einnahmen aus diesem Wetlease sollen unter anderem die Gehälter der restlichen, noch nicht freigestellten Mitarbeiter decken.

Von: dh
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