Verbraucherschützer mahnen Ryanair wegen neuer Handgepäck-Regel ab

22.11.2018 - 09:14 0 Kommentare

Die zum November eingeführten neuen Handgepäckregeln von Ryanair stoßen auf Widerstand. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) hat die Fluggesellschaft wegen unzureichender Preisangabe und Irreführung abgemahnt.

Passagier mit Handgepäck. - © © Boeing -

Passagier mit Handgepäck. © Boeing

"Die neue Regelung ist völlig intransparent und überraschend. Die Einschränkung beim Handgepäck führt zu einer indirekten Erhöhung des Flugpreises", begründete VZBV -Rechtsexpertin Kerstin Hoppe am Mittwoch den Schritt.

Ryanair erklärte, die Behauptungen seien nicht korrekt. Alle Bedingungen, Gebühren und optionalen Extras einschließlich der Taschen-Richtlinien seien auf der Internet-Seite sichtbar und transparent, sagte Airline-Sprecher Robin Kiely.

Nur noch eine kleine Tasche ist kostenlos

Die neue, europaweit eingeführte Regel der Airline sieht vor, dass Passagiere im Standardtarif nur noch ein kleines Handgepäckstück kostenlos mit in die Kabine nehmen dürfen. Erlaubt ist lediglich noch ein kleines Handgepäckstück mit den Höchstmaßen von 40 mal 20 mal 25 Zentimeter. An anderer Stelle des Buchungsprozesses ist von einer kleinen Tasche die Rede, "die unter den Sitz vor ihnen passt".

Ein typischer Kabinenrollkoffer darf bei Ryanair nur noch nach Zahlung einer "Priority Boarding"-Gebühr von sechs Euro mit in die Kabine genommen werden. Eine einheitliche, globale Regel zur Größe des Handgepäcks bei Flugreisen gibt es nicht.

Verfahren in Italien

In Italien hatte die dortige Wettbewerbsbehörde das Preismodell gestoppt, weil es die wahren Kosten einer Flugreise verschleiere. Weil Ryanair das Preismodell trotzdem weiter durchsetzte, leitete die Behörde Anfang November ein Verfahren gegen Ryanair ein. Abgemahnt wurde in Italien auch der ungarische Billigflieger Wizz Air, der ebenfalls seit November nur noch ein kleines Handgepäckstück kostenlos zulässt.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Deutsches Kartellamt prüft Ryanairs Handgepäck-Regeln nicht

Mit der Abmahnung fordert die VZBV Ryanair auf, die Preise zu Beginn des Buchungsprozesses klar darzustellen. Sollte das Unternehmen die verlangte Unterlassungserklärung nicht unterschreiben, kann der Verband Zivilklage einreichen.

Von: pra, dpa
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