Deutsche Piloten kündigen erneut Streiks bei Ryanair an

21.12.2017 - 16:25 0 Kommentare

Die deutsche Pilotengewerkschaft VC ist "alles andere als zufrieden" mit den ersten Gesprächen mit Ryanair und ruft nun für Freitag zu vierstündigen Arbeitsniederlegungen auf. Die irische Impact hingegen will weiter verhandeln.

Modell einer Ryanair-Maschine: Vierstündiger Arbeitsausstand in Deutschland. Foto: © dpa, Henning Kaiser

Die deutsche Vereinigung Cockpit ruft ihre Mitglieder für Freitag (22. Dezember) zwischen fünf und neun Uhr morgens zu Streiks auf. Laut Mitteilung der VC sind alle Flugverbindungen betroffen, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen geplant sind. Betroffen sind nach Informationen von airliners.de 20 Abflüge - davon sieben in Berlin-Schönefeld, sechs in in Frankfurt und fünf am Airport Hahn.

Am Mittwoch reiste die VC-Tarifkommission zu ersten Gesprächen mit Ryanair nach Dublin. Diese verliefen "alles andere als zufriedenstellend", wie airliners.de bereits am Morgen danach aus Gewerkschaftskreisen erfuhr. "Die Frage ist nicht mehr, ob wir streiken, sondern nur noch, wann", hieß es.

Aus Sicht der VC zeigten die Billigflieger-Manager Ablehnung "deutlich, dass die Grundsätze gewerkschaftlicher Autonomie missachtet werden und ein Einstieg in konstruktive Verhandlungen nicht gewünscht ist".

Ryanairs öffentlichkeitswirksame Offerte, Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, kann nur als weiterer PR-Gag eingestuft werden.

Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC

Die VC hatte bereits vor einer Woche zu Streiks bei Ryanair aufgerufen. Andere europäische Gewerkschaften folgten ihr. Daher sah sich der Billigflieger Ende vergangener Woche gezwungen, Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufzunehmen, um sie erstmalig an zu erkennen. Bislang hatte sich die Fluggesellschaft stets nur mit lokalen Piloten-Komitees an europaweit verteilten Stationen gesprochen.

Die ersten Gespräche mit der irischen Impact-Gewerkschaft bezeichnete diese am Dienstag als "enttäuschend". Dennoch teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit, ab Anfang Januar noch einmal Gespräche führen zu wollen.

Im September hatte die Billigfluglinie den Ausfall tausender Flüge bis März bekanntgeben müssen - offiziell, weil das Unternehmen bei der Planung der Jahresurlaube der Piloten Fehler gemacht hatte, laut Gewerkschaftsangaben aber auch, weil viele Piloten das Unternehmen wegen schlechter Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen verlassen haben.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Interview mit Tarifexperten: "Personalprobleme sind der Hauptgrund" Interview

Von: cs
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