VC-Streik hat wenig Auswirkungen für Ryanair

Der VC-Streik bei Ryanair hat nur geringe Auswirkungen: Einige Morgenflüge starten verspätet, allerdings muss keine Verbindung gestrichen werden. Die Gewerkschaft und der Billigflieger vereinbaren neue Gespräche.

Flugzeug der Ryanair wird an einem Airport eingewiesen: Weitere Gespräche mit Gewerkschaften. Foto: © dpa, Arnulf Stoffel

Der von der Vereinigung Cockpit (VC) initiierte Streik bei Ryanair lief ohne größere Probleme für den Billigflieger ab. Neun der 36 Morgenflüge ab deutschen Airports starteten nach Angaben der Iren verspätet. Es hätten aber keine Flüge storniert werden müssen. Ryanair bezeichnete den Warnstreik als eine "unnötige" Aktion.

Die VC spricht dennoch von einem Erfolg. "Knapp die Hälfte der betroffenen Flüge sind deutlich verspätet gestartet und auf den anderen Flügen hat Ryanair Piloten eingesetzt, die gar nicht zum Streik aufgerufen waren, zum Beispiel nicht festangestellte Piloten oder, wie in Frankfurt, Piloten in der Probezeit“, so Vorstand Markus Wahl.

Damit hat man zwar Ergebniskosmetik betreiben wollen, aber am eigentlichen Ergebnis nichts geändert: Der Druck, den die Piloten erzeugen wollten, ist definitiv beim Ryanair-Management angekommen.

Markus Wahl, Vorstand der VC

Es war der erste Ausstand in der über 30-jährigen Ryanair-Geschichte. Der Low-Cost-Carrier hatte der VC ein Gespräch am 5. Januar in Frankfurt angeboten, aber die Zusammensetzung der Tarifkommission abgelehnt. Dies stieß auf großen Ärger bei den Piloten. Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem verhandelt werde, hieß es.

Weitere Gespräche mit irischer Impact

Auch andere europäische Gewerkschaften hatten Ryanair mit Streiks gedroht. Aus diesem Grund traf sich das Managements des Carriers auch zu Gesprächen unter anderem mit der irischen Gewerkschaft Impact Trade Union. Diese zeigte sich nach den Verhandlungen "enttäuscht", vereinbarte aber mit Ryanair für den 3. Januar neue Gespräche.

Ryanair hatte die irische Gewerkschaft schriftlich als Interessenvertretung für die Piloten anerkannt - allerdings erst nach massivem Druck. Gewerkschaftsvertreterin Ashley Connolly sprach von einem historischen Erfolg. Die Billig-Airline hatte es zuvor grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter der Mitarbeiter anzuerkennen.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Interview mit Tarifexperten: "Personalprobleme sind der Hauptgrund" Interview

Von: cs mit Material von dpa-AFX

Datum: 22.12.2017 - 11:24

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