VC fordert mehr Sensibilität beim Thema Türkei

20.09.2017 - 08:01 0 Kommentare

Fast 50 Deutsche sitzen aktuell in der Türkei in Haft, die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit reagiert nun und beschließt interne Maßnahmen. Auch an ihre Mitglieder richtet sie einen Appel.

Pilot in Uniform: Die Vereinigung Cockpit ruft ihre Mitglieder zu mehr Sensibilität im Türkei-Umgang auf.Foto: © dpa, Valentin Gensch

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zieht Konsequenzen aus der aktuellen Lage in der Türkei. Die VC habe "beschlossen, bis auf Weiteres keine 'Aktiven' für den Verband zu Arbeitsmeetings in die Türkei zu entsenden", heißt es in einem Schreiben des VC-Vorstands an alle Mitglieder, das airliners.de vorliegt. "Parallel dazu werden wir darauf hinwirken, dass die internationalen Verbände ECA und IFALPA keine Arbeitstreffen dort durchführen."

"Im Zuge der aktuellen politischen Lage in der Türkei kam es in der jüngsten Vergangenheit zu politisch motivierten Inhaftierungen von deutschen Staatsbürgern durch die türkischen Behörden", so der Vorstand. Aktuell sitzen nach Informationen des Auswärtigen Amts fast 50 deutsche Staatsbürger in der Türkei in Haft. "Als Gründe für die Verhaftung wurden in der Regel 'Unterstützung von terroristischen Organisationen' oder Ähnliches angegeben, ohne diese Gründe jedoch weiter zu substantiieren", so die VC.

Mehr Sensibilität für Postings im Netz gefordert

Als Auslöser für derartige Vorwürfe reichten laut VC schon kritische Äußerungen in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, beispielsweise über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, die rechtsstaatliche Situation des Landes oder Sympathiebekundungen für kurdische Gruppen wie zum Beispiel die "Peshmerga", welche von der Bundesregierung militärische Unterstützung im Kampf gegen den "IS" erhält. Der VC-Vorstand ruft seine Mitglieder daher auch zu mehr Sensibilität bei Meinungsbekundungen zur Lage in der Türkei auf.

Wir wollen alle Mitglieder, die in sozialen Medien aktiv sind, darauf aufmerksam machen, dass die türkischen Behörden und Geheimdienste Beiträge mit politischem Türkeibezug anscheinend auswerten und gegebenenfalls als Grundlage für Vorwürfe verwenden.

Vorstand der Vereinigung Cockpit

Sollten Mitglieder bei Postings der Vergangenheit Bedenken haben und "türkische Ziele in Ihrem Streckengebiet liegen, so raten wir Ihnen dringend, sich unverzüglich mit Ihrem Flugbetrieb in Verbindung zu setzen".

© Sunexpress, Lesen Sie auch: Airlines sehen keinen "Türkei-Knick"

Von: cs
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