USA wollen Bombardier-Flugzeuge mit Strafzöllen belegen

27.09.2017 - 17:13 0 Kommentare

Das US-Handelsministerium kündigt an, kanadische Bombardier-Flugzeuge der "C-Series" mit Strafzöllen von 220 Prozent zu belegen. Hintergrund ist eine Boeing-Beschwerde. Der Handelsstreit sorgt auch in Europa für Aufregung.

Bombardier CSeries in Swiss-Farben. - © © Swiss -

Bombardier CSeries in Swiss-Farben. © Swiss

Die US-Regierung will wegen des Vorwurfs unfairer Subventionen hohe Strafzölle gegen Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier verhängen. Betroffen sind zwei neue Mittelstreckenmaschinen von Bombardier, die CS100 mit 100 Plätzen und die CS300 mit 150 Plätzen. Für die Flugzeuge das Handelsministerium einen Ausgleichszoll von 220 Prozent an.

Boeing hatte Ende April Beschwerde gegen Bombardier eingelegt. Der US-Konzern warf dem kanadischen Flugzeugbauer vor, die Maschinen unter Herstellungskosten zu verkaufen und dabei von staatlichen Subventionen von mehr als drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) zu profitieren.

Die neuen Bombardier-Flugzeuge können ähnlich viele Passagiere fassen, wie die Boeing 737. Delta Air Lines hat bis zu 75 Flugzeuge in Kanada bestellt. Weitere 40 Bestellungen kommen von der US-Regionalfluggesellschaft Republic Airways. In Europa fliegt unter anderem die Lufthansa-Tochter Swiss mit den neuen Maschinen.

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland wies die Vorwürfe zurück. Die Aktion der Amerikaner ziele ganz klar darauf, Bombardiers Flugzeuge vom US-Markt zu drängen, hieß es in einem Statement ihres Ministeriums. Bombardier bezeichnete den Strafzoll als "absurd". Boeing gehe es letztlich nur darum, Konkurrenz auszuschalten.

Handelsstreit sorgt auch in Großbritannien für Aufregung

Nach der Verhängung von US-Strafzöllen hat Großbritannien eine scharfe Warnung an den US-Konzern Boeing gerichtet. Premierministerin Theresa May äußerte sich am Mittwoch "bitter enttäuscht". Großbritannien werde weiterhin mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um wichtige Arbeitsplätze zu erhalten. Bombardier beschäftigt in Nordirland 4200 Mitarbeiter, die Rumpf und Flügel der C-Serie bauen. Tausende weitere Menschen arbeiten in Zulieferbetrieben.

Die amerikanische Anordnung ist jedoch vorläufig. Ein endgültiger Beschluss des US-Handelsministeriums soll im Dezember folgen. Danach müsste der Zoll noch von der zuständigen US-Behörde ITC bestätigt werden.

Von: dh mit dpa, AFP
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