USA wollen Lithium-Zellen-Fracht in Passagierflugzeugen verbieten

01.03.2019 - 07:05 0 Kommentare

Das US-Verkehrsministerium will die Regelungen für den Transport von Lithium-Ionen-Akkus und-Batterien verschärfen. Die Einschränkungen betreffen vor allem Passagiermaschinen. Für Frachter gibt es ebenfalls neue Maßnahmen.

Frachtabfertigung am Flughafen Zürich. - © Swiss WorldCargo -

Frachtabfertigung am Flughafen Zürich. Swiss WorldCargo

Das US-Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOT), hat eine "Interim Final Note" veröffentlicht, die den Transport von Lithium-basierten Energiespendern als Luftfracht deutlich einschränkt.

Die Regelungen besagen, dass Lithium-Batterien und -Akkus nicht mehr als Fracht in Passagiermaschinen transportiert werden dürfen. Verantwortlich für die neuen Maßnahmen ist die DOT-Unterabteilung "Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration" (PHMSA), die das Regelwerk zusammen mit der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) entwickelt hat.

Passagiere sind nicht betroffen

Wichtig an den neuen Regelungen ist, dass sie nicht die Mitnahme von Lithium-Akkus oder -Batterien im Hand- und Aufgabegepäck von Passagieren betrifft. Wer also als Passagier Geräte mit Lithium-Zellen mit an Bord nimmt, hat nur die alten Vorschriften zu befolgen.

Die neue Frachtregelungen sollen die Sicherheit erhöhen, da das Ausbrechen von Lithium-Feuern im Frachtbereich minimiert wird. Gerade eng gepackte Container mit Zellen seien problematisch. Fängt eine Zelle an zu brennen, erreicht diese laut PHMSA bis zu 760 Grad Celsius. Das sei so heiß, das benachbarte Zellen ebenfalls Feuer fangen könnten. Zudem entstünden giftige und mitunter selbst brennbare Gase.

Eine Gefahr besteht laut PHMSA zudem durch hohen Druck, der sich in den Zellen aufbaut. Zwar explodiere ein Akku nicht, allerdings könne der Druck dafür sorgen, dass weggeschleuderte Teile wie Geschosse einzustufen seien. Sie könnten daher die Druckkabine beschädigen. Dabei reiche eine Druckentweichung in weniger als sieben Zellen, wenn diese voll geladen sind. Das würde einen Druck von 1,2 PSI erzeugen. Die Kabine sei aber nur für ein PSI ausgelegt, so die PHMSA. Liegt die Ladung nur bei 50 Prozent, brauche es immerhin 20 Zellen.

Frachter dürfen nur noch mit Einschränkungen volle Akkus transportieren

Um das Risiko zu minimieren gibt es auch für reine Frachtflugzeuge zusätzliche Einschränkungen. Solange ein Akku sich nicht in einem eingesetzten Gerät befindet, darf dieser nur zu maximal 30 Prozent geladen sein. Wird hingegen eine Fuhre von Notebooks per Luftfracht befördert, dürfen die Akkus voll geladen sein. Hier wirkt der Rest der Hardware im Schadensfall als Puffer zur Vermeidung von Kettenreaktionen.

Screenshot © airliners.de, Lesen Sie auch: Es braucht mehr Genauigkeit bei Akku-Regeln Digital Passenger (32)

Die Gefahr belegt die PHMSA mit eigenen Erhebungen. So gab es zwischen 2010 und 2016 insgesamt 39 Vorfälle. Die neuen Regeln hätten laut PHMSA bei insgesamt 13 Vorfällen geholfen. Zudem ist 2007, 2010 und 2011 jeweils eine Maschine verloren gegangen, bei denen mindestens der Verdacht besteht, dass Lithium-Zellen verantwortlich für die Unfälle sind. Insgesamt sind vier Menschen gestorben.

Das PHMSA erläutert die Regeln in einem 90 Seiten starken PDF-Dokument. Schon seit 1994 sammelt das FAA Vorfälle mit Lithium-Zellen im Luftverkehr.

Auf Lufthansa Cargo oder andere Flüge der Lufthansa Gruppe hat die Vorschrift keine Auswirkungen, wie das Unternehmen airliners.de auf Nachfrage erklärte. Es sei nur eine nationale Entscheidung, die internationalen ICAO-Regeln entsprechen, denen die Fluggesellschaften freiwillig folgen können.

Von: as
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