Zweite Open-Skies-Stufe wird gezündet US-Airlines bald in EU-Besitz?

Die EU und die USA haben sich im Grundsatz geeinigt, dass europäische Investoren US-Airlines auch mehrheitlich kontrollieren dürfen. Das sieht die zweite Stufe des «Open-Skies»-Abkommens vor.

JetBlue Airways Airbus A320-200 - © © AirTeamImages.com -

JetBlue Airways Airbus A320-200 © AirTeamImages.com

Investoren aus Europa können voraussichtlich schon bald die Mehrheit an US-Fluglinien übernehmen. Das sieht die zweite Stufe eines gegenseitigen «Open-Skies»-Abkommens vor, auf das sich die EU mit den USA am Donnerstag im Grundsatz in Brüssel geeinigt haben. Damit wird eine seit langem erhobene Forderung der EU auf niedrigere Hürden für den Markteintritt in den USA erfüllt.

Ausländische Investoren dürfen in den USA bislang maximal 24,9 Prozent der Stimmrechte einer Fluggesellschaft halten. Ohne zusätzliche Stimmrechte können sie bis zu 49,9 Prozent erwerben. So ist die Lufthansa mit 19 Prozent an der New Yorker Lowcost-Airline JetBlue Airways beteiligt. Eine Aufstockung sei mittelfristig durchaus eine Perspektive, hatte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther im April 2009 gesagt. An einer reinen Finanzbeteiligung ist die Lufthansa aber nicht interessiert.

Die 27 EU-Mitgliedsstaaten müssen der Vereinbarung noch zustimmen, auch der US-Kongress muss noch grünes Licht geben. Das Abkommen sieht zudem eine verbesserte Zusammenarbeit bei Fragen des Umweltschutzes und in sozialen Fragen vor.

Bis zuletzt hatten die Unterhändler über den Marktzugang und die Investitionsmöglichkeiten für Europäer in den USA gestritten. Nach Angaben der EU-Kommission wird die Öffnung des Luftfahrtmarktes zwischen der EU und den USA einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 12 Milliarden Euro bringen und bis zu 80.000 neue Jobs schaffen.

Bereits im März 2008 war der erste Teil des «Open-Skies»-Abkommen in Kraft getreten. Es erlaubt allen europäischen Fluglinien, auch von anderen EU-Staaten aus in die USA fliegen. Im Gegenzug dürfen die US-Gesellschaften alle europäischen Flughäfen ansteuern. Voraussetzung sind aber auch immer die entsprechenden Landerechte an den Flughäfen.

Von: dpa

Datum: 26.03.2010 - 11:57

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