Kein Schadenersatz für Reisende Urteil: Vulkanasche ist höhere Gewalt

20.08.2012 - 11:55 0 Kommentare

Flugausfälle wegen Vulkanasche beruhen auf höherer Gewalt. Der Veranstalter muss keinen Schadenersatz zahlen, urteilte das Amtsgericht München.

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011 - © © Icelandic Met Office - Matthew J. Roberts

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011 © Icelandic Met Office /Matthew J. Roberts

Urlauber können keinen Schadenersatz einklagen, wenn ihre Reise aufgrund einer Naturkatastrophe abgesagt wird. Das Amtsgericht München hat die Klage eines Feriengastes abgewiesen, dessen Rückflug aus Kenia im April 2010 wegen der Vulkanaschewolke des isländischen Eyjafjallajökull gestrichen worden war. Ein Reisender könne wegen einer mangelhaften Reise Schadenersatz verlangen, erläuterte das Gericht die am Montag veröffentlichte Entscheidung. Flugausfälle wegen einer Vulkanaschewolke beruhten allerdings auf höherer Gewalt, für die der Veranstalter nicht verantwortlich gemacht werden könne. (AZ 222 C 10835/11)

Der Urlauber hatte bei einem Münchner Reiseunternehmen eine einwöchige Pauschalreise nach Mombasa in Kenia gebucht. Der Rückflug wurde infolge der Aschewolke abgesagt. Der Mann konnte erst sieben Tage später nach Hause fliegen. Er machte deshalb bei dem Reiseunternehmen zusätzliche Hotelkosten in Höhe von 180 Euro, Verdienstausfall von 583 Euro sowie Telefonkosten von 161,37 Euro geltend. Als das Reiseunternehmen nicht zahlte, reichte er Klage ein.

Nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull war der Flugverkehr vielerorts gesperrt. Das Ereignis sei nicht vorhersehbar und auch durch äußerste Sorgfalt nicht abwendbar gewesen. Deshalb hafte der Reiseunternehmer nicht, erklärte die Richterin zur Begründung.

Von: dpa
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