Urteil: Verstopfter Kerosinfilter gilt nicht als außergewöhnlicher Umstand

07.10.2014 - 09:05 0 Kommentare

Verspätet sich ein Flug aufgrund eines verstopften Kerosinfilters, muss die Fluggesellschaft den betroffenen Passagieren einen Ausgleich zahlen. Und das auch dann, wenn der Treibstoff von einem Dritten geliefert wurde.

Ein Flugzeug startet vor der untergehenden Sonne.  - © © dpa - Julian Stratenschulte

Ein Flugzeug startet vor der untergehenden Sonne. © dpa /Julian Stratenschulte

Ein durch unreines Kerosin verstopfter Kerosinfilter ist kein außergewöhnlicher Umstand. Die Airline muss bei einer dadurch verursachten Flugverspätung eine Ausgleichszahlung leisten. Das gilt auch, wenn das Kerosin von einem Dritten geliefert wurde. Das hat das Amtsgericht Rüsselsheim entschieden (Az.: 3 C 2265/12 [39]). Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift «ReiseRecht aktuell» hin.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger mit seiner Ehefrau einen Flug von Frankfurt nach Mombasa und zurück gebucht. Der Rückflug konnte wegen eines verstopften Kerosinfilters nicht planmäßig starten. Der Kläger trat die Rückreise erst am Folgetag mit einer Ersatzmaschine an und klagte gegen die Airline. Mit Erfolg. Es falle in den Aufgabenbereich der Airline, Vorkehrungen zu treffen, um Betriebsstoffe wie Kerosin auf ihre Eignung zu testen.

Von: dpa
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