Urteil zu pendelndem Flugpersonal: Fahrt zum Airport ist keine Dienstreise

11.05.2017 - 08:00 0 Kommentare

Dürfen Piloten und Flugbegleiter Fahrten zwischen Wohnort und Flughafen als Dienstreise steuerlich absetzen? Nein, urteilte jetzt ein Gericht. Im konkreten Fall ging es um ein Ehepaar.

Das Hessische Finanzgericht hat sich mit Fahrten von Flugpersonal zwischen Wohnort und Airport beschäftigt. Foto: Flughafen Hamburg © Michael Penner

Piloten und Flugbegleiter dürfen ihre Fahrten vom Wohnort zum Flughafen steuerlich nur mit einer Entfernungspauschale und nicht als Dienstreise abrechnen. Das Hessische Finanzgericht in Kassel hat auf die Klage eines Piloten und einer Flugbegleiterin hin entschieden, dass der im Arbeitsvertrag festgelegte Flughafen als erste Tätigkeitsstätte gilt, wie das Gericht jetzt mitteilte (Az. 1 K 1824/15).

Das Ehepaar hatte die Fahrten von seiner Wohnung zum Flughafen als Dienstreisen an das Finanzamt gemeldet und die tatsächlichen Kosten mit der Begründung abgerechnet, dort eine Auswärtstätigkeit auszuüben. Das Gericht argumentierte, die Kläger seien dem Flughafen in ihrem Arbeitsvertrag zugeordnet gewesen.

Sie hätten dort unter anderem Lehrgänge, Bereitschaftsdienste und das Simulatortraining gemacht. Wo der tatsächliche Schwerpunkt der Tätigkeit liege, sei seit einer gesetzlichen Neuregelung im Jahr 2014 nicht entscheidend. Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt.

Von: ch, dpa
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