Halbjahresbericht

Unruhen belasten Thomas Cook

09.05.2011 - 11:58 0 Kommentare

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat aufgrund der Unruhen in Nordafrika deutliche Gewinneinbußen erlitten. Die Nachfrage nach Reisen in die Region erholt sich laut dem Unternehmen nur schleppend, sodass auch für den Sommer Ausfälle im Nordafrikageschäft erwartet werden.

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook - © © AirTeamImages.com - D. Pedley

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook © AirTeamImages.com /D. Pedley

Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook bekommt die Unruhen in Nordafrika weiter deutlich zu spüren. Die Nachfrage nach Reisen in die Region erhole sich schleppender als erwartet, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht für Oktober bis März.

Im Sommer dürften sich nur rund 60 Prozent der ursprünglich geplanten Reisen nach Ägypten, Tunesien und Marokko verkaufen. In Großbritannien bremst zudem die wacklige Wirtschaftslage die Urlaubslust der Kunden.

Thomas Cook ist in Deutschland vor allem mit den Marken Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, der Fluglinie Condor und dem Türkei-Spezialisten Öger Tours vertreten. Die Aktie des Unternehmens ging nach den Nachrichten in den Sinkflug und lag zuletzt mit 3,87 Prozent im Minus bei 164,00 britischen Pence.

Hatten die Ausfälle in Nordafrika das Unternehmen bislang 22 Millionen britische Pfund (rund 25 Mio. Euro) Gewinn gekostet, rechnet der Vorstand für das zweite Geschäftshalbjahr mit einer Belastung von weiteren 35 Millionen Pfund. Dennoch zeigte sich Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa grundsätzlich zuversichtlich.

Insgesamt zählte Thomas Cook für den Sommer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis jetzt vier Prozent mehr Buchungen als ein Jahr zuvor. Zugleich stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise um drei Prozent. In Großbritannien versucht der Veranstalter seine Kunden hingegen weiter mit niedrigen Preisen zu ködern, was auf den Gewinn drückt. Die Buchungen liegen den Angaben zufolge dort auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei gebe es einen Trend zu All-Inclusive-Reisen. Dadurch seien die verkauften Reisen im Schnitt um vier Prozent teurer geworden.

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März konnte Thomas Cook die Belastungen unter dem Strich auffangen. Der saisontypische Verlust ging unter dem Strich dank gesunkener Kosten etwa für Umstrukturierungen von 212 auf 201 Millionen Pfund zurück. Im eigentlichen operativen Geschäft geriet Thomas Cook mit minus 166 Millionen Pfund jedoch um ein Viertel tiefer in die roten Zahlen.

Neben der Nordafrika-Belastung trug dazu auch bei, dass die Osterreisezeit in diesem Jahr in den April und damit ins zweite Geschäftshalbjahr fiel. Dennoch legte der Umsatz um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Pfund zu.

Von: dpa-AFX
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