Unruhen in Ägypten: Keine Entschädigung für annullierten Rückflug

04.12.2015 - 10:19 0 Kommentare

Unter bestimmten Umständen braucht eine Airline nach der Streichung eines Rückflugs keine Entschädigung an die betroffenen Passagiere zahlen. Das trifft dann zu, wenn im Urlaubsland schwere Unruhen ausgebrochen sind.

Eine A320 beim Start. - © © AirTeamImages.com - Alex Filippopoulos

Eine A320 beim Start. © AirTeamImages.com /Alex Filippopoulos

Bei schweren politischen Unruhen in einem Urlaubsland kann eine Airline einen Rückflug nach Deutschland streichen und muss dann keine Entschädigung zahlen. Dazu wäre sie nach EU-Recht bei einer Annullierung eigentlich verpflichtet. Dieses Urteil fällte das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 24 04/14 (38)), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

In dem verhandelten Fall ging es um einen Rückflug aus Scharm el Scheich am 29. August 2013, als in Ägypten die politischen Unruhen eskalierten. Die Airline annullierte den Flug, der Kläger wurde gut sechs Stunden früher mit einem anderen Flug befördert.

Nach Ansicht des Gerichts lag hier zweifelsfrei eine Annullierung vor - doch auch ein außergewöhnlicher Umstand, der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. Denn zwischen dem 16. August und 29. September 2013 wurden nach Abstimmung des Auswärtigen Amtes mit den Reiseveranstaltern alle Flüge nach Ägypten eingestellt. Es wurden lediglich noch Touristen bedarfsmäßig aus dem Land geflogen.

Die Sicherheitslage in Ägypten hatte sich in diesem Jahr erneut verschärft. Ende Oktober war ein im ägyptischen Scharm el Scheich gestarter Airbus A321 der russischen Metrojet (ehemals Kolavia) über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Alle 224 Insassen kamen ums Leben. Es besteht der Verdacht, dass Terroristen des Islamischen Staates (IS) die Passagiermaschine mit einer Bombe zum Absturz gebracht haben. Auch die deutsche Bundesregierung geht von einem Terrorakt aus. Die großen deutschen Reiseveranstalter fliegen vorerst nicht mehr nach Scharm el Scheich.

Von: gk, dpa
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