US-Fluggesellschaften fliegen Verluste ein

United Airlines muss weitere 5500 Jobs streichen

22.07.2008 - 17:34 0 Kommentare

Die zweitgrößte US-Fluggesellschaft United Airlines streicht nach einem Milliardenverlust 5500 weitere Arbeitsplätze. Unter dem Druck der Rekord-Kerosinpreise flogen im zweiten Quartal auch die kleineren Konkurrenten US Airways und JetBlue rote Zahlen ein. Die amerikanischen Airlines trimmen als Reaktion ihre Kapazitäten mit radikalen Maßnahmen wie Flugzeug- Stilllegungen.

United verbuchte einen riesigen Quartalsverlust von 2,73 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro), wie die Konzernmutter UAL am Dienstag mitteilte. Er geht vor allem auf eine bereits vor kurzem angekündigte Abschreibung auf den Firmenwert in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar zurück. Auslöser dafür waren die schwache Geschäftsentwicklung wegen der hohen Treibstoffpreise und der drastisch gesunkene Börsenwert des Unternehmens. Zudem schlugen Kosten für die Ausmusterung von Jets und den Personalabbau zu Buche. Die Kerosinrechnung stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 50 Prozent auf auf 1,85 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte um drei Prozent auf 5,37 Milliarden Dollar zu.

United will nun bis Ende 2009 insgesamt 7000 der rund 55 000 Arbeitsplätze streichen. 100 Flugzeuge werden stillgelegt. Im gesamten ersten Halbjahr addierte sich der Verlust auf 3,27 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 122 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz kletterte um 5,2 Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar. In Zukunft seien weitere Abschreibungen möglich, warnte United. Sie könnten noch nicht näher beziffert werden. Die Fluggesellschaft hatte im Februar 2006 ein Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz verlassen.

Bei US Airways gab es einen Verlust von 567 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 263 Millionen Dollar vor einem Jahr. Auch US Airways musste Unternehmenswert abschreiben und kündigte eine weitere Reduzierung der Kapazitäten an. Vor einigen Wochen hatte die Fluggesellschaft bereits den Abbau von 1700 Stellen beschlossen. Der Quartalsumsatz legte um 3,2 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Dollar zu.

Der Billigflieger JetBlue, an dem die Lufthansa beteiligt ist, meldete für das abgelaufene Quartal einen Verlust von 7 Millionen Dollar nach 21 Millionen Dollar Gewinn vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs um 17,7 Prozent auf 859 Millionen Dollar. JetBlue hatte im Mai bereits angekündigt, die Übernahme von 21 Airbus-A320-Flugzeugen um mehrere Jahre zu verzögern, um die Finanzen zu schonen. Nun wird auch die Auslieferung von zehn Embraer-Maschinen aufgeschoben, die zwischen 2011 und 2016 in Dienst gestellt werden sollten.

Von: dpa
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