Lufthansa Cargo schärft US-Fokus neu

25.04.2017 - 10:10 0 Kommentare

Lufthansa Cargo will mehr Rendite im Nordamerika-Geschäft erzielen. Darum gründet die Fracht-Tochter der Lufthansa ein Joint-Venture mit United Airlines. Damit könnte sich auch der Fokus weg von New York verlagern.

Fracht wird in eine MD-11 der Lufthansa Cargo verladen. - © © AirTeamImages.com – Felix Gottwald -

Fracht wird in eine MD-11 der Lufthansa Cargo verladen. © AirTeamImages.com – Felix Gottwald

United Airlines und Lufthansa Cargo haben eine Joint-Venture-Vereinbarung geschlossen. Wie die Frachttochter der Lufthansa mitteilt, besiegelt die Partnerschaft eine umfassende Frachtkooperation auf Strecken zwischen den USA und Europa. Die Pläne für eine Zusammenarbeit von Lufthansa Cargo und der United-Frachttochter wurden schon 2015 vorgestellt und seitdem weiter konkretisiert, auch ließen behördliche Genehmigungen noch auf sich warten.

Beide Airlines setzen darauf, dass sie sich in vielen Bereichen ergänzen. Das gemeinsame Streckennetz der Partner beziffert Lufthansa Cargo mit wöchentlich über 600 Direktverbindungen zwischen den USA und Europa.

Sparprogramm "C40"

Lufthansa Cargo will jährlich insgesamt 80 Millionen Euro einsparen, davon 55 Millionen Euro Personalkosten und 25 Millionen Euro Dienstleisterkosten. Das Programm mit dem Kürzel C40 soll ab diesem Jahr schrittweise realisiert werden. Im Rahmen von "C40" sollen rund 800 Jobs wegfallen. Schon im vergangenen Jahr sank die Mitarbeiterzahl auf gut 4500. 2015 waren es noch 0,5 Prozent mehr.

Lufthansa Cargo will sich mit seinem Geschäft wieder stärker auf Nordamerika konzentrieren. Bislang fokussiert sich Lufthansa Cargo auf den Ostteil der USA, vor allem auf New York und den Flughafen JFK.

Kapazitätsprobleme schneller lösen

Dort landet die Kranich-Transporttochter sechsmal wöchentlich aus Frankfurt mit Frachtflugzeugen. Für die Mitnahme von Luftfracht in den Unterflurkammern hinzu kommen täglich drei Passagierflüge aus Frankfurt und München nach New York (JFK) sowie sowie zwei weitere zum benachbarten Newark in New Jersey. Dorthin wird sich laut Kindelbach nun wohl auch der US-Fokus der Lufthansa Cargo richten, da United neben Chicago, vor allem in Newark und Washington ein Drehkreuz betreibt.

Zukünftig wird wohl in Frankfurt und New York die Prozesskette der Fracht beschleunigen. Denn die beiden Standorte fliegen beide Airlines an. Die Güter sind so abflugbereit, dass sie in jenes Flugzeug geladen werden können, das eine vorgegebene Strecke am frühesten bedient. Fliegt Lufthansa um 14 Uhr von Frankfurt nach Chicago, United aber bereits zwei Stunden früher, sind die Waren auch entsprechend früher am Zielort.

Studie gibt Rückenwind für neuen US-Kurs

Rückenwind bekommt die Frachtairline der Lufthansa Group dabei von einer Studie der Unternehmensberatung Seabury. Darin wird für die USA nach zwei rückläufigen Jahren ein Wachstum des Luftfrachtmarktes für das laufende Jahr durchschnittlich drei Prozent prognostiziert.

© Lufthansa Cargo, Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo rechnet erst wieder 2019 mit Gewinn

Als Hauptgründe werden in der Analyse die erwartete Zunahme der industriellen Produktion in Verbindung mit dem Erstarken von Sektoren wie der pharmazeutischen Industrie, der Textilwirtschaft sowie einer anziehenden Konsumgüternachfrage genannt. Die Analyse wurde allerdings vor der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten erstellt, wodurch Veränderungen der von Seabury ermittelten wirtschaftlichen Parameter und deren Folgen für die Luftfracht nicht ausgeschlossen werden können.

Von: cs
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