Ungewissheit belastet Small-Planet-Mitarbeiter

26.10.2018 - 17:55 0 Kommentare

Small Planet Deutschland sucht weiter einen Käufer. Die Zeit drängt, denn schon am Wochenende könnte das LBA den Carrier grounden. Die Ungewissheit nagt auch an den Mitarbeitern.

Leitwerk einer Maschine der Small Planet Airlines. - © © AirTeamImages.com - Jan Severijns

Leitwerk einer Maschine der Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com /Jan Severijns

Die Zukunft der deutschen Small Planet ist weiter in der Schwebe. Auch bis Freitagnachmittag ist kein Kaufvertrag unterschrieben worden. Die Airline verhandelt nach internen Informationen mit VLM, allerdings gibt es noch keinen Vertragsabschluss.

Dennoch scheint auch das jüngste Ultimatum des Luftfahrt-Bundesamt (LBA) aufgehoben zu sein. Die Behörde hatte vergangene Woche gedroht, mit Ende des Sommerflugplans am Samstagabend Small Planet zu grounden, sollte kein Investor präsentiert werden.

Angesichts der unsicheren Zukunftsplanungen wächst auch unter den rund 400 Mitarbeitern die Sorge. "In dem Unternehmen arbeiten Menschen aus 37 Nationen", konstatiert ein ehemaliger Manager. Und eine Flugbegleiterin pflichtet bei: "Alle sind erschöpft und wollen eigentlich nur noch nach Hause."

Mitarbeiter kritisieren Kommunikationspolitik

Einen Dienstplan für November gäbe es nicht mehr. Viele Kollegen hätten sich bereits bei anderen Airlines beworben und seien zuversichtlich, schnell einen Anschlussjob zu finden. "Notfalls gibt es ja auch noch ein paar Wochen Insolvenzgeld." Doch: "Gerade dass wir kaum Infos aus der Chefetage bekommen, schlägt uns ziemlich aufs Gemüt."

Sollte es weitergehen, dann nur mit weniger und vor allem anderen Flugzeugen, berichtet die Mitarbeiterin. Denn die sechs Maschinen die Small Planet Deutschland aktuell fliegt sind im Schnitt 18 Jahre alt - "und das merkt man auch".

Zwar habe es in dieser Woche keine nennenswerte Zahl an AOGs gegeben, "aber die Ausfälle waren da". Diese dauern in der Regel nicht lange, aber kosten zusätzlich Geld für den Subcharter und eventuell auflaufende Entschädigungszahlungen. "Die Maschinen sind in einem desolaten Zustand - und das wird sich auch nicht beheben lassen."

Potenzieller Investor weiter unbekannt

Die deutsche Small Planet hatte Mitte September Insolvenz in Eigenregie angemeldet. Dem Ferienflieger waren mehrere technische Probleme, die im Sommer zu langen Verzögerungen inklusive Ausgleichszahlungen an Passagiere führten, zum Verhängnis geworden.

Aktuell befindet sich der Carrier nach airliners.de-Informationen in den letzten Zügen von Verkaufsverhandlungen. "Bis Ende der Woche ist der Verkauf abgewickelt", beteuerte jüngst ein hochrangiger Manager. Zuvor hatte der Berliner Logistiker Zeitfracht Gespräche ergebnislos beendet.

Auch die polnische Schwester rettete sich kurze Zeit später in ein Restrukturierungsverfahren. In dieser Woche folgte die litauische Holding diesem Beispiel. "Das bedeutet nicht, dass wir aufgeben", betont CEO Vytautas Kaikaris in einer E-Mail an das dortige Personal.

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Holding von Small Planet ist pleite

Von: cs
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