Unbemanntes U-Boot sucht jetzt nach MH370-Wrack

14.04.2014 - 10:57 0 Kommentare

Die Suche nach der verschollenen Malaysia-Airlines-Boeing geht in eine neue Phase. Experten bereiten ein Mini-U-Boot vor, nachdem die Blackbox warscheinlich verstummt ist. Die Unterwassersuche könnte sehr lange dauern.

Das unbemannte Bluefin-21 Mini-U-Boot kann bis zu 4500 Meter tief tauchen.

Das unbemannte Bluefin-21 Mini-U-Boot kann bis zu 4500 Meter tief tauchen.
© Bluefin Robotics

Das unbemannte Bluefin-21 Mini-U-Boot an Deck eines Schiffes.

Das unbemannte Bluefin-21 Mini-U-Boot an Deck eines Schiffes.
© Bluefin Robotics

Quasi-3D-Bilder des Bluefin-Seitensichtsonars

Quasi-3D-Bilder des Bluefin-Seitensichtsonars
© Bluefin Robotics

Nach der vergeblichen Suche nach Wrackteilen des verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeugs an der Wasseroberfläche setzen die Experten jetzt für die Suche am Grund des Ozeans auf ein unbemanntes U-Boot.

Wie der Koordinator der Suchaktion im Indischen Ozean, Angus Houston, am Montag im westaustralischen Perth sagte, wird das australische Marineschiff "Ocean Shield" die Suche mit dem Blackbox-Detektor im Laufe des Tages einstellen. Stattdessen solle nun der Unterwasser-Roboter "Bluefin-21" zum Einsatz kommen.

Das Unterwasserfahrzeug des US-Herstellers Bluefin Robotics kann bis auf 4500 Meter tief tauchen. Es ist fünf Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa 53 Zentimetern. Es ist mit Seitensichtsonar ausgestattet und kann Metall von Sand und Stein unterscheiden. Eine Kamera kann Unterwasseraufnahmen machen.

Unterwassersuche könnte Jahre dauern

Das U-Boot ist batteriegetrieben und kann Einsätze von rund 20 Stunden leisten. Es braucht je zwei Stunden zum Ab- und Auftauchen und kann dazwischen rund 16 Stunden lang ein Gebiet am Meeresboden absuchen. Nach dem Auftauchen dauert es vier Stunden, um die gesammelten Daten herunterzuladen und die Batterien aufzuladen oder auszuwechseln, so dass sich ein 24-Stunden-Interval für die Unterwasser-Sucheinsätze ergibt.

Das U-Boot fährt dabei am Grund mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Kilometern in der Stunde und kann somit pro Tag ein Gebiet von 40 Quadratkilometer absuchen. Das Suchgebiet, das rund 2300 Kilometer nordwestlich von Perth liegt, ist rund 48.000 Quadratkilometer groß. Damit könnte die Suche mehrere Jahre dauern.

Entsprechend warnte Houston vor all zu hohen Erwartungen. Die Suche könne noch sehr lange dauern. "Wir fangen dort mit der Suche an, wo es die vielversprechendsten Messwerte gab und arbeiten uns dann nach außen vor", so Houston. Dabei reagiere man auf die Gegebenheiten am Bodes des Ozeans und grenze die Suche dann entsprechend ein. Der Boden sei vermutlich zudem mit einer dicken Schlammschicht überzogen.

Die Experten hatten in den vergangenen Tagen vergeblich versucht, weitere Funksignale der Blackbox von Flug MH370 aufzufangen, um das Gebiet für die Suche am Grund des Ozeans weiter einzugrenzen. Man gehe mittlerweile aber davon aus, dass die Batterien der Blackbox leer sind.

Geräte wie das "Bluefin-21" werden etwa bei archäologischen Studien unter Wasser eingesetzt, zum Aufspüren von Minen, zur Bodenerfassung bei der Planung von Offshore-Projekten und bei Suchaktionen. Das Geomar Helmholtz-Zentrum in Kiel hat ein ähnliches U-Boot, «Abyss», das tiefer tauchen kann. Es war schon bei der Suche nach dem Wrack der 2009 im Atlantik abgestürzten Air France-Maschine im Einsatz. Das Koordinationszentrum in Perth hat Geomar aber zunächst nicht um Hilfe ersucht.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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