Umweltbundesamt sieht Handlungsbedarf beim Fluglärm

25.07.2017 - 11:31 0 Kommentare

Der Fluglärmbericht des Umweltbundesamtes sieht Handlungsbedarf gegen den Krach am Himmel. Als mögliche Maßnahmen werden unter anderem Lärmkontingente vorgeschlagen. Der BDL kritisiert den Bericht.

Eine Lufthansa-Maschine über den Dächern von Flörsheim am Main (Hessen). - © © dpa - Boris Roessler

Eine Lufthansa-Maschine über den Dächern von Flörsheim am Main (Hessen). © dpa /Boris Roessler

Das Umweltbundesamt (Uba) hat seinen neuen Fluglärmbericht vorgelegt. In der knapp 100 Seiten umfassenden Studie werden dem Fluglärmgesetz von 2007 zwar erhebliche Fortschritte im Vergleich zum Gesetz von 1971 bescheinigt. Aus Uba-Sicht ist allerdings ein übergeordnetes Konzept notwendig, das auch beispielsweise das Luftverkehrsgesetz in einen umfassenden Schutz vor Fluglärm mit einbezieht.

Weiter wird empfohlen, eine Lärmkontingentierung in der Zeit von sechs bis 22 Uhr einzuführen. An stadtnahen Flughäfen solle aus Gründen des vorsorglichen Gesundheitsschutzes zwischen 22 und sechs Uhr kein regulärer Flugbetrieb stattfinden.

Potenzial sieht die Behörde in lärmmindernden Flugverfahren und der Umrüstung bestehender Airline-Flotten auf leisere Flugzeuge. Dies sei allerdings ein langwieriger Prozess.

Kritik des BDL

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisiert den Bericht: Er stehe in deutlichem Widerspruch zur jüngsten Rechtsprechung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow zu airliners.de. "Erst Mitte Juli stellten die Richter fest, dass es keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Gesundheitsgefahren durch Fluglärm gibt, die über die im Fluglärmschutzgesetz berücksichtigten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinausgehen.

Von Randow weiter: "Damit bestätigt auch der Verwaltungsgerichtshof, dass es keine Rechtfertigung für verschärfte Grenzwerte im Fluglärmschutzgesetz gibt." Auch eine Auswertung der bisherigen Lärmwirkungsstudien, die die Charité durchgeführt und publiziert hat, komme zu diesem Ergebnis.

Lob von Fluglärmgegnern

Fluglärmgegner begrüßten den Bericht. "Das Umweltbundesamt hat beschrieben, worum wir seit Jahren kämpfen", sagte Thomas Scheffler, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: "Beautiful Noise" oder Höllenlärm? Schiene, Straße, Luft (5)

Scheffler hoffe nun, dass die Berliner Politiker den Empfehlungen der Behörde folgen. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl befürchtete Scheffler allerdings, das das Lärmschutzgesetz nicht, wie ursprünglich vorgesehen, noch in diesem Jahr überarbeitet wird. "Aber spätestens 2018 muss etwas gemacht werden", betonte er seine Erwartung an die künftige Bundesregierung.

Von: cs, dpa
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