Umsatzplus trotz Passagierrückgang am Flughafen Erfurt

22.07.2019 - 17:53 0 Kommentare

Der Flughafen Erfurt-Weimar macht schwere Zeiten durch - für 2018 vermeldet der Airport jetzt steigende Umsätze, aber auch höhere Verluste. Die Pleiten von Air Berlin und Germania waren und sind starker Gegenwind.

Vor dem Flughafen Erfurt -Weimar präsentieren Hostessen mit

Vor dem Flughafen Erfurt -Weimar präsentieren Hostessen mit "Erfurt" und "Weimar" bedruckte Taschen. © dpa /Martin Schutt

Die Betreibergesellschaft des Flughafens Erfurt-Weimar meldet für 2018 einen Umsatzanstieg auf 13,1 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs um gut 26 Prozent im Vorjahresvergleich. Nach Angaben von Geschäftsführer Uwe Kotzan ist diese Steigerung vor allem auf die Übernahme des Tankdienstes zurückzuführen. So werde die Betankung am Platz nun komplett in Eigenregie betrieben. Daneben seien auch andere Servicebereiche gewachsen.

Wie aus Flughafenkreisen verlautete, liegt das Jahresergebnis für 2018 bei 665.000 Euro. Damit steht der Airport im Vergleich zum Plan, der ein Minus von 200.000 Euro vorsah, eigentlich gut da. Allerdings ist hier bereits die Förderung aus den Töpfen des Landes Thüringen eingerechnet. Das operative Ergebnis lag 2018 bei 779.000 Euro, was im Gegensatz zu den etwas mehr als eine Million Euro im Vorjahr einen Rückgang um etwa 25 Prozent entspricht.

Trotz des Wachstums beim Umsatz macht der Flughafen also nach wie vor Verluste, die durch Landeszuschüsse in Höhe von circa 2,6 Millionen Euro pro Jahr ausgeglichen werden. Von dieser Förderung gehen etwa 1,1 Millionen Euro in hoheitliche Aufgaben, wozu unter anderem die Feuerwehr gehört, der Rest trägt als Zuschuss zu den Betriebskosten bei.

Im Februar war bekannt geworden, dass Teile der bis 2023 geplanten Finanzhilfen des Landes für 2019 und 2020 vorgezogen werden sollen, damit der Flughafen die Airline-Pleiten verkraften kann. Dank der Millionenzuwendungen aus der öffentlichen Hand kann der Flughafen daher auch das Geschäftsjahr 2018 - wie die vergangenen drei Jahre auch - mit einer ausgeglichenen Bilanz abschließen.

Weniger Passagiere und Flugbewegungen

Die gute Entwicklung des Umsatzes geht nicht auf gute Entwicklungen bei Passagieren und Flugbewegungen zurück, denn hier gab es jeweils ein Minus. 2018 nutzten etwa 263.000 Reisende den Flughafen. Das entspricht einem Rückgang von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit rund 9400 Starts und Landungen verringerte sich auch die Zahl der Flugbewegungen, und zwar um 7,3 Prozent. Nur im Cargo-Bereich gab es eine für den Airport eine erfreuliche Entwicklung. Mit 3723 Tonnen umgeschlagener Fracht gab es ein Plus von 8,5 Prozent im Vorjahresvergleich.

"Die Wachstumsdelle beim Passagieraufkommen resultiert aus der Air-Berlin-Insolvenz," wie Flughafen-Chef Kotzan sagt. Die Pleite habe Turbulenzen auf dem Tourismusmarkt verursacht. Außerdem hätte begrenzte Flugkapazitäten in das wichtigste Zielgebiet des Airport, die Türkei, zu einem Rückgang bei den Passagierzahlen geführt.

© Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Archiv, Lesen Sie auch: Airline-Pleiten treffen besonders den Osten

Erst Air Berlin, dann Germania

Nach Informationen von airliners.de leidet der Flughafen darüber hinaus aktuell an den Nachwehen der Insolvenz der Germania. Die Airline hatte im Sommer 2018 noch zwei Flugzeuge in der thüringischen Hauptstadt stationiert. Nach der Germania-Pleite Anfang 2019 sind diese Kapazitäten in Erfurt weggebrochen. Für den kleinen Airport bedeutet das einen Ausfall von gut 70 Prozent der Abflüge.

Ziel für die nächste Saison sei es, möglichst viele der weggefallenen Destinationen der insolventen Germania zu ersetzen, so der Flughafen-Chef zum Ausblick für nächstes Jahr. "Der Flughafen befindet sich in einer Vielzahl von Gesprächen mit Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern." Hier gehe es neben den vorhandenen Destinationen vor allem um die Wiederaufnahme von Zielen in Griechenland und den Kanarischen Inseln.

Von: hr
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Drei Maschinen auf dem Vorfeld des Flughafens in Dresden. Airline-Pleiten treffen besonders den Osten

    Die Marktaustritte von Germania, BMI oder auch Small Planet Airlines spüren vorrangig kleinere Flughäfen. Besonders schwierig ist die Situation in Rostock, Erfurt und Dresden. Aber auch andere Regionalflughäfen verlieren.

    Vom 08.07.2019

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus