"Umorganisation" der Flüge bei Streik: Entschädigung für Verspätung

03.05.2016 - 12:45 0 Kommentare

Jemand streikt, darum stellt die Airline ihren Flugplan um. Kommt es dabei zu Annullierungen oder Verspätungen, muss die Gesellschaft unter Umständen eine Entschädigung zahlen.

Eine Anzeigetafel listet die anlässlich eines Streiks ausgefallenen Flüge auf. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Eine Anzeigetafel listet die anlässlich eines Streiks ausgefallenen Flüge auf. © dpa /Frank Rumpenhorst

Wenn eine Airline ihre Flüge wegen eines Streiks "umorganisiert", muss sie bei Annullierungen und deutlichen Verspätungen eine Entschädigung zahlen. So entschied das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 68/15), berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Zwar handelt es sich bei einem Streik um einen außergewöhnlichen Umstand - laut EU-Recht ist die Fluggesellschaft dann von der Pflicht zur Ausgleichszahlung befreit. Allerdings muss die Airline zahlen, wenn Annullierungen und Verspätungen nicht mehr unmittelbar auf den Streik zurückgehen.

© dpa, Daniel Naupold Lesen Sie auch: Verspätung wegen Zubringer außerhalb der EU: Keine Entschädigung

In dem verhandelten Fall konnte die Airline nicht belegen, dass der Streik ursächlich für die gut achtstündige Verspätung der Maschine der Kläger war. Den Flugumlaufplan zu ändern, sei vielmehr eine unternehmerische Entscheidung gewesen.

Von: ch, dpa
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