Urteil

Umkehren nach Start ist Verspätung

22.02.2013 - 09:59 0 Kommentare

Ein Flug gilt auch dann als verspätet, wenn er pünktlich abgehoben, danach jedoch umkehren musste. Der Flug sei dann als nicht durchgeführt zu betrachten, entschied das Landgericht Darmstadt.

Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt  - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt © dpa /Fredrik von Erichsen

Ein Flug gilt auch dann als verspätet gestartet, wenn die Maschine zunächst pünktlich abgehoben ist, dann aber umkehren musste. Eine Fluggesellschaft kann sich in so einem Fall nicht damit herausreden, die Maschine sei zur geplanten Zeit gestartet, wenn der zweite Abflug erst deutlich später erfolgte. Die Fluggäste haben deshalb Anspruch auf eine Ausgleichszahlung nach der entsprechenden EG-Verordnung, entschied das Landgericht Darmstadt (Az.: 7 S 216/11). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift «ReiseRecht aktuell».

In dem Fall musste die Maschine nach dem Start in Frankfurt am Main wegen eines technischen Defekts umkehren. Der Flug auf die Malediven verschob sich dadurch auf den Nachmittag des folgenden Tages, mehr als 20 Stunden nach dem ursprünglich geplanten Abflugtermin. Die Kläger verlangten 600 Euro Ausgleichszahlung. Zu Recht, urteilten die Richter abweichend von der Einschätzung des Amtsgerichts. Entscheidend sei nicht, dass der Abflug zunächst pünktlich gewesen sei.

Der kurz danach abgebrochene Flug sei als nicht durchgeführt zu betrachten. Somit komme es auf den Zeitpunkt des erneuten Abflugs an - und der sei deutlich verspätet gewesen, so dass den Klägern jeweils 600 Euro zuzusprechen seien.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Air-Berlin-Abwickler Lucas Flöther: "Eine schnelle Lösung war unumgänglich." "Air Berlin ist nicht tot"

    Interview Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther spricht im Interview mit airliners.de über den Verkauf der insolventen Airline, über den Status-Quo des Unternehmens und den Weg, der noch vor ihm liegt.

    Vom 13.08.2018
  • Eine Boeing 777F der Aerologic. Neuer Streit um Aerologic

    Lufthansa baut das Frachtgeschäft beim Joint-Venture Aerologic weiter aus - außerhalb des Tarifvertrags. Das kommt bei VC und Verdi nicht gut an. Sie hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung im Dezember.

    Vom 17.09.2018
  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair bereitet sich auf harten Brexit vor

    Im Frühjahr noch wollte Ryanair britische Aktionäre entmündigen, um als EU-Airline nach einem harten Brexit auf dem Kontinent weiterfliegen zu können. Nun sind die Pläne für das "No Deal"-Szenario versöhnlicher.

    Vom 25.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus