UFO will Lufthansa-Leiharbeiter verhindern

12.04.2012 - 17:35 0 Kommentare

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO will in der neuen Tarifrunde mit der Lufthansa erreichen, dass die Fluggesellschaft keine Leiharbeiter in der Kabine einsetzt. Die Gewerkschaft prüft zudem Aktionen zur Eröffnung des neuen Berliner Flughafens BER.

Kabinenservice bei Lufthansa - © © Lufthansa -

Kabinenservice bei Lufthansa © Lufthansa

Flugbegleiter der Lufthansa erwägen, die Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg zu stören. Hintergrund ist ein Streit über Leiharbeit in der Flugzeugkabine. Deshalb fasse die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) Aktionen am Eröffnungstag, dem 3. Juni, ins Auge, sagte UFO-Vorsitzender Nicoley Baublies am Donnerstag in Bad Homburg.

Laut UFO geht die Lufthansa mit der Forderung in die Tarifgespräche, Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich zu erzielen. Das wäre aus Sicht der Arbeitnehmervertreter für Gespräche am grünen Tisch ein unüberwindbares Problem.

Die fliegenden Leiharbeiter sollen auf dem Hauptstadtflughafen stationiert werden und zunächst die Kurzstrecke bedienen. "Flugbegleiter erhalten nach einer kurzen Trainee-Phase ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit AviationPower", heißt es in einer Stellenbeschreibung. Der Lufthansa-Einsatz wird zunächst auf zwei Jahre befristet. Weil die Zeit knapp wird, sind die ersten Ausbildungskurse schon im März gestartet. UFO wehrt sich auch gerichtlich, hatte jedoch bisher keinen durchschlagenden Erfolg erzielen können.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte Ende Januar das Angebot der Luftfahrtgesellschaft angenommen. Die kleinere Spartengewerkschaft UFO akzeptierte dagegen geringere Aufstiegschancen für rund 17.000 Stewards und Stewardessen nicht. Die Flugbegleitergewerkschaft kritisierte, die Lufthansa wolle die Gehaltsstruktur des Kabinenpersonals verschlechtern.

Die von Verdi vertretenen 28.000 Beschäftigten am Boden, in der Technik und bei Cargo erhielten rückwirkend zum 1. Januar 3,5 Prozent mehr Gehalt, bei einer Vertragslaufzeit von 13 Monaten. Außerdem wurde der Zuschlag zum Urlaubsgeld um rund 5 Prozent auf 1075 Euro erhöht.

Von: dapd, dpa, airliners.de
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