Ufo lässt Mitglieder über Zukunft abstimmen

Exklusiv 06.06.2019 - 07:03 0 Kommentare

Nach den Rücktritten von vier Vorstandsmitgliedern wird die Flugbegleitergewerkschaft Ufo von drei Übergangsvorsitzenden geleitet. Diese planen den Neustart und lassen die Mitglieder über den künftigen Kurs abstimmen.

Ein Mitglied der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Ein Mitglied der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. © dpa /Frank Rumpenhorst

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo plant nach den Rücktritten von vier der fünf Vorstandsmitglieder eine schnelle Neuaufstellung der Führungsriege. Verantwortlich für den Neustart ist ein Interimsvorstand, dem neben Sylvia de la Cruz auch die beiden nachbenannten Vorstandsmitglieder Daniel Flohr und Julia Trojan angehören.

De la Cruz sagte im Gespräch mit airliners.de, dass man drei Möglichkeiten erarbeitet habe, um sie nun den Ufo-Mitglieder zur Abstimmung vorzulegen. Abgestimmt werden kann ab Ende dieser Woche für die kommenden 14 Tage. Um sich gegen jedwede Manipulationsvorwürfe abzusichern, habe man ein externes Unternehmen mit der Online-Befragung betraut, so die Gewerkschafterin.

Abgestimmt wird über drei Optionen

Die erste Option sieht vor, dass auch der Interimsvorstand unverzüglich zurücktritt. Folglich müsste ein weiterer Notvorstand eingesetzt werden, der Neuwahlen vorbereitet. Als realistischen Zeithorizont sieht De la Cruz dabei den Januar 2020 als Wahltermin. Bis dahin wäre die Ufo politisch allerdings nicht handlungsfähig.

Die zweite Variante sieht vor, dass der jetzige Interimsvorstand Neuwahlen einleitet. Diese könnten dann bereits im Oktober stattfinden. Ein Vorteil dieser Variante wäre den Angaben nach auch, dass die Gewerkschaft weiter handlungsfähig bleibt. Allerdings würde die Vorstandswahl dann weiterhin nach der bisherigen Satzung durchgeführt.

Im vergangenen September sprachen sich die Ufo-Mitglieder für Neuausrichtung der Gewerkschaft inklusive der Erstellung einer neuen Satzung aus. Seitdem erarbeite die sogenannte Grundsatzkommission, die hauptsächlich aus Mitgliedern der einzelnen Tarifkommissionen besteht, das neue Grundsatzpapier. Vorgestellt werden soll das Papier im Oktober.

In der dritten zur Wahl stehenden Möglichkeit bliebe der Interimsvorstand bis zum Inkrafttreten der neuen Satzung im Amt und würde danach Neuwahlen ansetzen. Als möglichen Termin für Neuwahlen nannte de la Cruz in dieser Konstellation das Frühjahr 2020. Da die Vorschriften "etwas gelockert würden" - potenzielle Vorstandskandidaten müssen nicht wie bisher zwei Jahre Gremiumsmitglied gewesen sein - könnten sich dann weit mehr Mitglieder um einen Vorstandsposten bewerben.

Die Kabinengewerkschaft Ufo wird seit Jahren von Machtkämpfen geplagt. Die Rücktritte von Alexander Behrens, Christoph Drescher und Anne Struck und später Nicoley Baublies markierten dabei einen erneuten Höhepunkt.

Von: br
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